Puppenkiste Augsburg

#
Wahrscheinlich ist das schon vor langer Zeit mal diskutiert worden, mir fällt es anhand dieses Artikels zum ersten mal auf: "Die Hofmann Investoren GmbH hält 99,4 Prozent der Aktien an der FC Augsburg GmbH und Co. KGaA, in welche die Profi-Abteilung des FCA ausgegliedert ist."
Wie haben die denn das mit dem 50+1 hingekriegt?

https://www.kicker.de/us-unternehmer-blitzer-steigt-beim-fca-ein-802344/artikel

Interessant ist auch die Tatsache, dass der Ami Blitzer 5,5 M€ für 45% der FC Augsburg GmbH zahlt.
Interessant deswegen, weil bei uns letzte Woche 22 M€ für 5% der Anteile gezahlt wurden. Und das ist ein wirklich krasser Unterschied.
#
Wahrscheinlich ist das schon vor langer Zeit mal diskutiert worden, mir fällt es anhand dieses Artikels zum ersten mal auf: "Die Hofmann Investoren GmbH hält 99,4 Prozent der Aktien an der FC Augsburg GmbH und Co. KGaA, in welche die Profi-Abteilung des FCA ausgegliedert ist."
Wie haben die denn das mit dem 50+1 hingekriegt?

https://www.kicker.de/us-unternehmer-blitzer-steigt-beim-fca-ein-802344/artikel

Interessant ist auch die Tatsache, dass der Ami Blitzer 5,5 M€ für 45% der FC Augsburg GmbH zahlt.
Interessant deswegen, weil bei uns letzte Woche 22 M€ für 5% der Anteile gezahlt wurden. Und das ist ein wirklich krasser Unterschied.
#
philadlerist schrieb:
Wahrscheinlich ist das schon vor langer Zeit mal diskutiert worden, mir fällt es anhand dieses Artikels zum ersten mal auf: "Die Hofmann Investoren GmbH hält 99,4 Prozent der Aktien an der FC Augsburg GmbH und Co. KGaA, in welche die Profi-Abteilung des FCA ausgegliedert ist."
Wie haben die denn das mit dem 50+1 hingekriegt?



Selbes Modell wie mit Windhorst bei der Hertha (siehe https://community.eintracht.de/forum/diskussionen/136144?page=2#5273003).

Nebenbei gibt es gerade hier bei der Hertha auch noch viel mehr Spielraum, sollte sich Windhorst oder ein anderer Investor bei neuen Verantwortlichen zu weiteren Investments bereit erklären. Die Lizenzspielerabteilung der Hertha wurde zwar in eine GmbH & Co. KGaA ausgegliedert und Windhorst investiert auch in diese. Die Komplementärin dieser Kommanditgesellschaft ist aber die Hertha BSC Verwaltung GmbH, die zu 100 Prozent vom e.V. gehalten wird und alleine über die Besetzung der kompletten Geschäftsführung bestimmt.

Deshalb wird Windhorst mit seinen Unternehmen und Partnern bereits nach der letzten Zahlung des bereits verabredeten Investments 66,6 Prozent der Anteile an der Hertha BSC GmbH & Co. KGaA halten, ohne damit die 50+1 Regel zu verletzten. Der e.V. besitzt durch die oben beschriebene Struktur rechtlich gesehen weiterhin die geforderte Stimmenmehrheit und bleibt damit der alleinige Geschäftsführer im operativen Geschäft.

Wie man am Beispiel Klinsmann sieht, übt Windhorst natürlich trotzdem Einfluss auf das operative Geschäft aus. Aber die Hertha könnte auch die restlichen 33,4 Prozent der Anteile an der Hertha BSC GmbH & Co. KGaA verkaufen und würde zumindest auf dem Papier trotzdem noch komplett eigenständig sein. Und wenn man jetzt bedenkt, dass Windhorst für die bereits erworbenen 66,6 Prozent der Anteile 375 Millionen Euro investiert hat, kann man sich ungefähr ausrechnen, was die Hertha da noch bekommen könnte. Vor allem, wenn man denn tatsächlich mal Erfolg haben sollte.


Dortmund (dort hält der eV sogar nur 5,5 Prozent der Kommanditgesellschaft) und ich glaube noch einige andere Vereine verfahren genauso. Bei uns ist der Lizenzspielerabteilung ja in eine AG ausgegliedert, weshalb wir nicht mehr als 49 Prozent der Aktien veräußern dürften. Dann hätten nämlich die anderen Aktionäre die Stimmenmehrheit und könnten den eV übergehen.

Dass Augsburg von Klaus Hofmann und zuvor schon von seinem Vorgänger Walther Seinsch als Mäzene/Investoren stark unterstützt wurde, ist aber auch schon lange öffentlich bekannt (siehe https://www.kicker.de/praesident-hofmann-erwirbt-die-anteile-von-seinsch-627510/artikel). Beide waren halt auch jeweils Präsident/Vorstandsvorsitzender im eV. Ohne Seinsch hätte es der FCA wohl auch bedeutend schwerer gehabt, wieder in den Profifußball zurückzukehren.

philadlerist schrieb:
Interessant ist auch die Tatsache, dass der Ami Blitzer 5,5 M€ für 45% der FC Augsburg GmbH zahlt.
Interessant deswegen, weil bei uns letzte Woche 22 M€ für 5% der Anteile gezahlt wurden. Und das ist ein wirklich krasser Unterschied.


Man darf aber nicht vergessen, dass nur kurz davor Holzer und Orenstein 18,55 Prozent der Anteile für lediglich 15 Millionen Euro erworben haben. Holzer und Orenstein haben dadurch auch eine ziemliche Machtfülle im Aufsichtsrat erhalten. Auch wenn glücklicherweise alle vereinsexternen Aufsichtsräte - inklusive des zuletzt hinzugekommenen Sven Janssen - seit vielen Jahren der Eintracht verbunden sind und absolute Teamplayer zu sein scheinen. Witzigerweise habe ich mich darüber ebenfalls im oben verlinkten Beitrag geäußert.

Vermutlich mehr Geld, als wir für die restlichen 17,88 Prozent der Vereinanteile - die wir noch verkaufen könnten - erlösen würden. Im Zuge der letzten Kapitalerhöhung bei uns haben übrigens 18,55 Prozent der Anteile für 15 Millionen Euro den Besitzer gewechselt. Und das war damals auch nicht nur ein Freundschaftsdienst unseres langjährigen Aufsichtsrats Philip Holzer. Dessen Freund und Mitaktionär Stephen Orenstein hat kurz darauf einen Sitz im Aufsichtsrat der AG erhalten. Holzer selbst ist letztes Jahr Nachfolger von Steubing als Vorsitzender des Aufsichtsrats geworden. Darüber hinaus wurde der Aufsichtsrat von neun auf sieben Personen verkleinert, sodass sich natürlich die Einflussnahme der einzelnen Aufsichtsräte erhöht hat. Das kam auch dem e.V. entgegen, der jetzt mit drei Vereinsvertretern im siebenköpfigen Aufsichtsrat aber immer noch keine Mehrheit besitzt, obwohl er mit Abstand der größte Aktionär der AG ist. Und nicht zuletzt stellen Holzer und Orenstein seitdem gemeinsam mit Peter Fischer vom Hauptaktionär des e.V. den Hauptausschuss des Aufsichtsrats, der bei gewissen Dingen wie Spielertransfers teilweise eigenständig einen Beschluss des Vorstands durchwinken oder ein Veto einlegen kann.

Das bedeutet, dass bei uns die Aktionäre Holzer und Orenstein nicht nur für 15 Millionen Euro 18,55 Prozent der Anteile an der AG, sondern auch ein ziemliches Mitspracherecht beziehungsweise durch die Mehrheit im Hauptausschuss gewissermaßen sogar eine unverhältnismäßige Machtfülle im Aufsichtsrat erhalten haben. Sollte man vielleicht auch mal bedenken, wenn man Lars Windhorst bei der Hertha kritisiert, der zumindest rein rechtlich gesehen überhaupt kein Mitspracherecht besitzt. Auch wenn natürlich dort genauso Gefolgsleute von Windhorst im Aufsichtsrat installiert wurden.

Unser Glück ist aber, dass Holzer (genau wie alle anderen Aktionäre und Aufsichtsräte der Eintracht) schon sehr lange mit der Eintracht verbandelt und offenbar auch ein Teamplayer ist. Außerdem hat sich auch das Verhältnis zwischen AG und e.V. in den letzten Jahren deutlich gebessert und es wird konstruktiver zusammengearbeitet. Das könnte bei uns aber selbst mit den bestehenden Strukturen und ohne einen großen Investor alles viel schlimmer aussehen. Hat es ja auch schon, selbst in den 2000er Jahren hat es noch regelmäßig geknallt und beispielsweise die Verzahnung zwischen den Jugendabteilungen unter der Leitung des e.V. und der Profimannschaft unter der Verantwortung der AG war ein absolutes Trauerspiel.
#
philadlerist schrieb:
Wahrscheinlich ist das schon vor langer Zeit mal diskutiert worden, mir fällt es anhand dieses Artikels zum ersten mal auf: "Die Hofmann Investoren GmbH hält 99,4 Prozent der Aktien an der FC Augsburg GmbH und Co. KGaA, in welche die Profi-Abteilung des FCA ausgegliedert ist."
Wie haben die denn das mit dem 50+1 hingekriegt?



Selbes Modell wie mit Windhorst bei der Hertha (siehe https://community.eintracht.de/forum/diskussionen/136144?page=2#5273003).

Nebenbei gibt es gerade hier bei der Hertha auch noch viel mehr Spielraum, sollte sich Windhorst oder ein anderer Investor bei neuen Verantwortlichen zu weiteren Investments bereit erklären. Die Lizenzspielerabteilung der Hertha wurde zwar in eine GmbH & Co. KGaA ausgegliedert und Windhorst investiert auch in diese. Die Komplementärin dieser Kommanditgesellschaft ist aber die Hertha BSC Verwaltung GmbH, die zu 100 Prozent vom e.V. gehalten wird und alleine über die Besetzung der kompletten Geschäftsführung bestimmt.

Deshalb wird Windhorst mit seinen Unternehmen und Partnern bereits nach der letzten Zahlung des bereits verabredeten Investments 66,6 Prozent der Anteile an der Hertha BSC GmbH & Co. KGaA halten, ohne damit die 50+1 Regel zu verletzten. Der e.V. besitzt durch die oben beschriebene Struktur rechtlich gesehen weiterhin die geforderte Stimmenmehrheit und bleibt damit der alleinige Geschäftsführer im operativen Geschäft.

Wie man am Beispiel Klinsmann sieht, übt Windhorst natürlich trotzdem Einfluss auf das operative Geschäft aus. Aber die Hertha könnte auch die restlichen 33,4 Prozent der Anteile an der Hertha BSC GmbH & Co. KGaA verkaufen und würde zumindest auf dem Papier trotzdem noch komplett eigenständig sein. Und wenn man jetzt bedenkt, dass Windhorst für die bereits erworbenen 66,6 Prozent der Anteile 375 Millionen Euro investiert hat, kann man sich ungefähr ausrechnen, was die Hertha da noch bekommen könnte. Vor allem, wenn man denn tatsächlich mal Erfolg haben sollte.


Dortmund (dort hält der eV sogar nur 5,5 Prozent der Kommanditgesellschaft) und ich glaube noch einige andere Vereine verfahren genauso. Bei uns ist der Lizenzspielerabteilung ja in eine AG ausgegliedert, weshalb wir nicht mehr als 49 Prozent der Aktien veräußern dürften. Dann hätten nämlich die anderen Aktionäre die Stimmenmehrheit und könnten den eV übergehen.

Dass Augsburg von Klaus Hofmann und zuvor schon von seinem Vorgänger Walther Seinsch als Mäzene/Investoren stark unterstützt wurde, ist aber auch schon lange öffentlich bekannt (siehe https://www.kicker.de/praesident-hofmann-erwirbt-die-anteile-von-seinsch-627510/artikel). Beide waren halt auch jeweils Präsident/Vorstandsvorsitzender im eV. Ohne Seinsch hätte es der FCA wohl auch bedeutend schwerer gehabt, wieder in den Profifußball zurückzukehren.

philadlerist schrieb:
Interessant ist auch die Tatsache, dass der Ami Blitzer 5,5 M€ für 45% der FC Augsburg GmbH zahlt.
Interessant deswegen, weil bei uns letzte Woche 22 M€ für 5% der Anteile gezahlt wurden. Und das ist ein wirklich krasser Unterschied.


Man darf aber nicht vergessen, dass nur kurz davor Holzer und Orenstein 18,55 Prozent der Anteile für lediglich 15 Millionen Euro erworben haben. Holzer und Orenstein haben dadurch auch eine ziemliche Machtfülle im Aufsichtsrat erhalten. Auch wenn glücklicherweise alle vereinsexternen Aufsichtsräte - inklusive des zuletzt hinzugekommenen Sven Janssen - seit vielen Jahren der Eintracht verbunden sind und absolute Teamplayer zu sein scheinen. Witzigerweise habe ich mich darüber ebenfalls im oben verlinkten Beitrag geäußert.

Vermutlich mehr Geld, als wir für die restlichen 17,88 Prozent der Vereinanteile - die wir noch verkaufen könnten - erlösen würden. Im Zuge der letzten Kapitalerhöhung bei uns haben übrigens 18,55 Prozent der Anteile für 15 Millionen Euro den Besitzer gewechselt. Und das war damals auch nicht nur ein Freundschaftsdienst unseres langjährigen Aufsichtsrats Philip Holzer. Dessen Freund und Mitaktionär Stephen Orenstein hat kurz darauf einen Sitz im Aufsichtsrat der AG erhalten. Holzer selbst ist letztes Jahr Nachfolger von Steubing als Vorsitzender des Aufsichtsrats geworden. Darüber hinaus wurde der Aufsichtsrat von neun auf sieben Personen verkleinert, sodass sich natürlich die Einflussnahme der einzelnen Aufsichtsräte erhöht hat. Das kam auch dem e.V. entgegen, der jetzt mit drei Vereinsvertretern im siebenköpfigen Aufsichtsrat aber immer noch keine Mehrheit besitzt, obwohl er mit Abstand der größte Aktionär der AG ist. Und nicht zuletzt stellen Holzer und Orenstein seitdem gemeinsam mit Peter Fischer vom Hauptaktionär des e.V. den Hauptausschuss des Aufsichtsrats, der bei gewissen Dingen wie Spielertransfers teilweise eigenständig einen Beschluss des Vorstands durchwinken oder ein Veto einlegen kann.

Das bedeutet, dass bei uns die Aktionäre Holzer und Orenstein nicht nur für 15 Millionen Euro 18,55 Prozent der Anteile an der AG, sondern auch ein ziemliches Mitspracherecht beziehungsweise durch die Mehrheit im Hauptausschuss gewissermaßen sogar eine unverhältnismäßige Machtfülle im Aufsichtsrat erhalten haben. Sollte man vielleicht auch mal bedenken, wenn man Lars Windhorst bei der Hertha kritisiert, der zumindest rein rechtlich gesehen überhaupt kein Mitspracherecht besitzt. Auch wenn natürlich dort genauso Gefolgsleute von Windhorst im Aufsichtsrat installiert wurden.

Unser Glück ist aber, dass Holzer (genau wie alle anderen Aktionäre und Aufsichtsräte der Eintracht) schon sehr lange mit der Eintracht verbandelt und offenbar auch ein Teamplayer ist. Außerdem hat sich auch das Verhältnis zwischen AG und e.V. in den letzten Jahren deutlich gebessert und es wird konstruktiver zusammengearbeitet. Das könnte bei uns aber selbst mit den bestehenden Strukturen und ohne einen großen Investor alles viel schlimmer aussehen. Hat es ja auch schon, selbst in den 2000er Jahren hat es noch regelmäßig geknallt und beispielsweise die Verzahnung zwischen den Jugendabteilungen unter der Leitung des e.V. und der Profimannschaft unter der Verantwortung der AG war ein absolutes Trauerspiel.
#
Muchas Gracias, Don G
Ich hatte das, was Augsburg angeht, echt so nicht aufm Schirm, was aber auch daran liegt, dass die Puppenkiste die so ziemlich uninteressanteste Truppe in diesem Zirkus ist.
#
Muchas Gracias, Don G
Ich hatte das, was Augsburg angeht, echt so nicht aufm Schirm, was aber auch daran liegt, dass die Puppenkiste die so ziemlich uninteressanteste Truppe in diesem Zirkus ist.
#
philadlerist schrieb:

was aber auch daran liegt, dass die Puppenkiste die so ziemlich uninteressanteste Truppe in diesem Zirkus ist.


Daher freue ich mich, dass irgendwann die nächste mattgraue Maus gepimpt wird (darauf läuft es sicher hinaus). Das freut die Liga. Gestern schon einen HSV-Fan gehört, der lieber in der 2. Liga bleibt. Er hofft halt, dass Fürth noch aufsteigt.


Teilen