Kommunalwahlen in Frankfurt & Hessen am 14.März

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Ernstgemeinte Frage: Was ist an Volt so verkehrt?
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Classiks schrieb:

Ernstgemeinte Frage: Was ist an Volt so verkehrt?

Ist zwar von der unbeliebten Jutta Ditfurth, deshalb trotzdem recht erhelkend hinsichtlich des Hintergrunds der Partei:

https://www.google.com/url?q=http://www.jutta-ditfurth.de/dl/dl.pdfa%3Fdownload%3DDitfurth-Was-Ihr-nicht-Volt-20210301.pdf&sa=U&ved=2ahUKEwi-sanz5KHwAhUGFRQKHQdXDLMQFjAAegQICRAB&usg=AOvVaw0MOlC4JzDchfZ22YkTlP0P
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Classiks schrieb:

Ernstgemeinte Frage: Was ist an Volt so verkehrt?

Ist zwar von der unbeliebten Jutta Ditfurth, deshalb trotzdem recht erhelkend hinsichtlich des Hintergrunds der Partei:

https://www.google.com/url?q=http://www.jutta-ditfurth.de/dl/dl.pdfa%3Fdownload%3DDitfurth-Was-Ihr-nicht-Volt-20210301.pdf&sa=U&ved=2ahUKEwi-sanz5KHwAhUGFRQKHQdXDLMQFjAAegQICRAB&usg=AOvVaw0MOlC4JzDchfZ22YkTlP0P
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Da der Link nicht mehr funktioniert, was nicht schlimm ist bei Juttchen, zwei Worte, warum ich Volt sympa finde.
Junge Leute, europäisch orientiert, wenig Dogma, viel best practice (gerade das kann für Kommunen sinnvoll sein) und frischer Wind.
Dazu kommt, dass ich es demokratietheoretisch sinnvoll finde, wenn es Opposition von beiden Seiten gibt
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Da der Link nicht mehr funktioniert, was nicht schlimm ist bei Juttchen, zwei Worte, warum ich Volt sympa finde.
Junge Leute, europäisch orientiert, wenig Dogma, viel best practice (gerade das kann für Kommunen sinnvoll sein) und frischer Wind.
Dazu kommt, dass ich es demokratietheoretisch sinnvoll finde, wenn es Opposition von beiden Seiten gibt
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Der Link funktioniert einwandfrei lieber Edmund!
Ob man hinsichtlich des Hintergrundes der Volt Leutchen tatsächlich von Opposition sprechen kann, halte ich schon für fragwürdig.
Letztlich ist es ja eher eine logische Konsequenz aus einer fortschreitenden Globalisierung wenn due Gewinner derselben ihre Erungenschaften absichern möchten und dafür ihre politische Interessenvertretung institutionalisieren.
Dem liberalen Bürgerlichen, gutsituiert, urban und international orientiert, kommt das natürlich sehr entgegen.
Dem Fußvolk, das mit Niedriglöhnen die Bedarfe dieser Leute abdeckt, dürfte dieser Ansatz eher ein gruseln über den Rücken jagen.
Opposition also wenn überhaupt, dann nur gegen ein ausgebremst werden eines elitären Egoismus durch die Bedürfnisse der unbedeutenden Masse an Abgehängten.

Kann man machen. Ist halt assig ohne Ende!
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Classiks schrieb:

Ernstgemeinte Frage: Was ist an Volt so verkehrt?

Ist zwar von der unbeliebten Jutta Ditfurth, deshalb trotzdem recht erhelkend hinsichtlich des Hintergrunds der Partei:

https://www.google.com/url?q=http://www.jutta-ditfurth.de/dl/dl.pdfa%3Fdownload%3DDitfurth-Was-Ihr-nicht-Volt-20210301.pdf&sa=U&ved=2ahUKEwi-sanz5KHwAhUGFRQKHQdXDLMQFjAAegQICRAB&usg=AOvVaw0MOlC4JzDchfZ22YkTlP0P
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Was ist denn an dem Machwerk erhellend?
Die Passage über die Plakate, oder den Beruf des Vaters vom "Freiherr von Boeselager" (übrigens, Ditfurth stammt gleich aus zwei Adelsgeschlechtern) , oder die Zustimmung von Volt zum Atomausstieg?
Ditfurth scheint auch den Unterschied zwischen Kernspaltung und Kernfusion nicht zu kennen.
Mehrmals labert sie über Eurochauvinismus, was soll das denn sein? Oder eine "astroturfing-Partei"? Ich habe gegoogelt. Es ist eine künstliche Graswurzelbewegung.

Oder ihre Kritik, dass Volt Geld für die Flüchtlingslager sammelt, dies dann aber nicht an Organisationen überweist die Ditfurth genehm sind.
Und ganz schlimm, Volt ist überhaupt nicht antikapitalistisch und wagt sich von sozialer Marktwirtschaft zu sprechen.

Hättest Du doch besser eine andere Quelle für Deine Ablehnung von Volt gefunden. Scheint es aber nicht zu geben.
Ja, ich finde Volt ganz sympathisch, und irgendwie so erfrischend ideologiefrei.
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Hawischer, damit wir es hier nicht zu gemütlich haben.
Ich begrüße sehr, dass sich CDU und Linke in der Opposition befinden, die können aus verschiedenen Perspektiven das Mitte-Bündnis angehen.
Nicht schlecht für eine lebendige Demokratie.
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Wahrscheinlich hat mein Telefon so eine Art Spamfilter bei JD installiert
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Der Link funktioniert einwandfrei lieber Edmund!
Ob man hinsichtlich des Hintergrundes der Volt Leutchen tatsächlich von Opposition sprechen kann, halte ich schon für fragwürdig.
Letztlich ist es ja eher eine logische Konsequenz aus einer fortschreitenden Globalisierung wenn due Gewinner derselben ihre Erungenschaften absichern möchten und dafür ihre politische Interessenvertretung institutionalisieren.
Dem liberalen Bürgerlichen, gutsituiert, urban und international orientiert, kommt das natürlich sehr entgegen.
Dem Fußvolk, das mit Niedriglöhnen die Bedarfe dieser Leute abdeckt, dürfte dieser Ansatz eher ein gruseln über den Rücken jagen.
Opposition also wenn überhaupt, dann nur gegen ein ausgebremst werden eines elitären Egoismus durch die Bedürfnisse der unbedeutenden Masse an Abgehängten.

Kann man machen. Ist halt assig ohne Ende!
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FrankenAdler schrieb:

Letztlich ist es ja eher eine logische Konsequenz aus einer fortschreitenden Globalisierung wenn due Gewinner derselben ihre Erungenschaften absichern möchten und dafür ihre politische Interessenvertretung institutionalisieren.



Und?

FrankenAdler schrieb:

Dem liberalen Bürgerlichen, gutsituiert, urban und international orientiert, kommt das natürlich sehr entgegen.



Und?

FrankenAdler schrieb:

Dem Fußvolk, das mit Niedriglöhnen die Bedarfe dieser Leute abdeckt, dürfte dieser Ansatz eher ein gruseln über den Rücken jagen.



Die können ja die einzige Partei wählen, die sich denen annimmt. Die bekommen aber nur 7 %, weil diese Partei nicht nur linke Forderungen im sozialen Bereich fordern, sondern auch anderweitig eine linke Politik anstreben, was viele von dem Fußvolk gar nicht wollen.
Davon profitiert dann die AfD.

Irgendwann muss man auch einfach mal den Fakt erstmal akzeptieren, dass für einen ganzheitlich linken Ansatz keine 10 % der Bevölkerung zu gewinnen sind. Heißt nicht, dass man nicht dafür kämpfen kann, dass es mehr wird.
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Der Link funktioniert einwandfrei lieber Edmund!
Ob man hinsichtlich des Hintergrundes der Volt Leutchen tatsächlich von Opposition sprechen kann, halte ich schon für fragwürdig.
Letztlich ist es ja eher eine logische Konsequenz aus einer fortschreitenden Globalisierung wenn due Gewinner derselben ihre Erungenschaften absichern möchten und dafür ihre politische Interessenvertretung institutionalisieren.
Dem liberalen Bürgerlichen, gutsituiert, urban und international orientiert, kommt das natürlich sehr entgegen.
Dem Fußvolk, das mit Niedriglöhnen die Bedarfe dieser Leute abdeckt, dürfte dieser Ansatz eher ein gruseln über den Rücken jagen.
Opposition also wenn überhaupt, dann nur gegen ein ausgebremst werden eines elitären Egoismus durch die Bedürfnisse der unbedeutenden Masse an Abgehängten.

Kann man machen. Ist halt assig ohne Ende!
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FrankenAdler schrieb:

Dem liberalen Bürgerlichen, gutsituiert, urban und international orientiert, kommt das natürlich sehr entgegen.


Auch wenn ich in manchen Ansichten zum eher konservativen linken Lager gehöre, verstehe ich nicht ganz, wieso das langfristige Ziel eines geeinteren Europas (ich gebe offen zu, dass mein Traum seit Kindertagen ein wirklich vereintes Europa ist, mir aber auch klar ist, dass da noch viele Generationen folgen müssen) hier als pauschal liberal bürgerlich sein soll.

Ich habe mir gestern deren Amsterdam Programm durchgelesen und z.B. Erhöhung Mindestlohn ist jetzt nicht gerade ein übliches Steckenpferd der uns bekannten Liberalen.

Falls du da Äußerungen, Programmpunkte oder ähnliches hast (außer einem pauschalen Globalisierung ist der Teufel, was du so nicht gesagt hast, sondern von mir jetzt überspitzt ausgedrückt wird) würde ich mir das auch gerne anschauen.

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Was ist denn an dem Machwerk erhellend?
Die Passage über die Plakate, oder den Beruf des Vaters vom "Freiherr von Boeselager" (übrigens, Ditfurth stammt gleich aus zwei Adelsgeschlechtern) , oder die Zustimmung von Volt zum Atomausstieg?
Ditfurth scheint auch den Unterschied zwischen Kernspaltung und Kernfusion nicht zu kennen.
Mehrmals labert sie über Eurochauvinismus, was soll das denn sein? Oder eine "astroturfing-Partei"? Ich habe gegoogelt. Es ist eine künstliche Graswurzelbewegung.

Oder ihre Kritik, dass Volt Geld für die Flüchtlingslager sammelt, dies dann aber nicht an Organisationen überweist die Ditfurth genehm sind.
Und ganz schlimm, Volt ist überhaupt nicht antikapitalistisch und wagt sich von sozialer Marktwirtschaft zu sprechen.

Hättest Du doch besser eine andere Quelle für Deine Ablehnung von Volt gefunden. Scheint es aber nicht zu geben.
Ja, ich finde Volt ganz sympathisch, und irgendwie so erfrischend ideologiefrei.
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Vor allem ist die Behauptung, dass man anhand des Begriffes "Kernenergie" Atomkraftbefürworter erkennen könnte, selbst für Jutta bescheuert, und da liegt die Benchmark nicht gerade niedrig.
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Danke für den Link FrankenAdler, habe mir es durchgelesen und muss sagen, dass ich es größtenteils für argumentativ sehr schwach halte. Im Folgenden warum:

Im Europawahlkampf 2019 fielen sie mir zum ersten Mal auf: die professionell hergestellten, aber vollkommen nichtssagenden Plakate von Volt. [...] Die Slogans sind leer wie Margarine-Reklame, »sonnig und streichfrisch«. Kein Plakat bezieht sich auf die konkreten Verhältnisse in einer Stadt. Volt trällert: »Hamburg mach mal mutige Politik / Hamburg mach mal neue Politik / Köln mach mal neue Politik / Frankfurt mach mal mutige Politik.« Und: Frankfurt / Köln / Hamburg usw »mach’s wie« Barcelona / Kopenhagen / Wien

1. sind die meistens Plakte m.E. relativ inhaltsleer und eher plakativ
2. sind die hier aufgeführten Beispiele dann doch eher schwach, aber könnte man zustimmen

Auch ihre individuellen Äußerungen im Wahlkampf lassen erkennen, dass die Volt-Kandidat:innen die Städte, in denen sie kandidieren, kaum kennen.

Hier fehlen Beispiele, das ist einfach eine Behauptung.

Ihre Sprache ist weichgespült. Sie geben sich »irgendwie« fortschrittlich, aber im 137- seitigen Grundsatzprogramm kommt der Begriff Kapitalismus kein einziges Mal vor geschweige denn kritisch.

Verstehe den Zusammenhang zwischen fortschrittlich und Kapitalismus nicht, meint sie das weil Kapitalismuskritik im Grundsatzprorgamm fehlt und weil nur das als fortschrittlichzu betrachten ist oder wie? Ich verstehe es wirklich nicht.

Aber dass Profitinteressen gesichert werden müssen, bestätigt Volt mit der abgenutzten Phrase von der »globalen Verantwortung Europas«, womit immer gemeint ist, dass Kapitalinteressen notfalls eben auch militärisch durchgesetzt werden.

Behauptung. Warum ist damit immer gemeint, dass "Kapitalinteressen notfalls eben auch militärisch durchgesetzt werden"?

Dann kommte eine relativ lange Kritik an den Spendern und Gründern, dass das alles vom Großkapital kommt. Ja, kann man so sehen, nehme ich als validen Punkt an. Das hier aber ist dann eher schwach:
Weitere 10.000 Euro kamen von Ludwig Graf Douglas, Enkel des Unternehmers und früheren Nazis SS-Untersturmführer Rudolf-August Oetker.

Was hat der Enkel mit der Nazivergangenheit des Onkels zu tun?

Es gibt jetzt im Kommunalwahlkampf in Hessen auch keine Transparenz über die Finanzen von Volt in Hessen oder in Frankfurt. Wer zahlt die teure Masse an Werbematerial? Offensichtlich ist Frankfurt am Main für die weitere Ausbreitung von Volt in Deutschland strategisch wichtig, deshalb eine solch extreme Materialschlacht.

Valider Punkt, warum aber Frankfurt strategisch wichtig ist und was mit "extreme Materialschlacht" gemeint ist, wird nicht ausgeführt. Ist subjektiv, aber mir sind nicht wesentlich mehr Plakate von Volt als von allen anderen aufgefallen.

Der Versuch von Volt sich als irgendwie umweltfreundlich auszugeben, zerplatzt bei näherer Betrachtung sofort. Die Frankfurter Volt-Spitzenkandidatin O’Sullivan erklärte jetzt, dass Volt für die Zubetonierung der »Grünen Lunge« am Güntherburgpark eintritt. Hier geht es um ein seit sechs Jahren heiß umkämpftes Bauprojekt. Der sehr engagierten Bürgerinitiative (die ÖkoLinX-ARL von Anfang unterstützte), gelang es kürzlich, den Grünen vor der Wahl das Versprechen für eine Kurswende abzutrotzen, dabei hatten die Grünen das Projekt 2015 gemeinsam mit Investoren erfunden

Zerplatzt somit bei näherer Betrachtung die Umweltfreundlichkeit der Grünen ebenfalls sofort?
Ist mir zu wenig als pro oder contra Umweltfreundlichkeit der Partei

Als ich Volt kürzlich in einem Tweet vorwarf, für Atomenergie zu sein, reagierten sie wütend und stritten alles ab. Sie schickten mir Screens des immer gleichen Programmsatzes. Da steht auf S. 48 im Grundsatzprogramm vom Dezember 2020: »Volt steht zu dem für Deutschland beschlossenen Ausstieg aus der Nutzung der Kernenergie (Atomausstieg).« Wenn Volt ein kritisches historisches und ökologisches Bewusstsein hätte und etwas über diesen sog. Atomausstieg wüsste, wüsste die Partei auch, dass das Atomkapital von diesem vermeintlichen »Ausstieg« durch Entschädigungen enorm profitiert(e) und einzelnen Atomkraftwerken vom Staat längere und extrem profitable Betriebslaufzeiten genehmigt wurden, als die Betreiber je zu hoffen gewagt hatten.

Ich lese aus dem Auszug des Grundsatzprogramms lediglich, dass Volt den Ausstieg aus der Atomkraft nicht rückgängig machen will, sondern dazu steht. Daraus lese ich dann aber nicht, wie sie zum wie stehen. Also der letzte Absatz ist m.E. wieder eine Behauptung.

Nur 13 Zeilen weiter heißt es im Volt-Programm dann auch prompt:
»Zukünftigen Entwicklungen im Bereich der Kerntechnik - möglicherweise in Form der Kernfusion - steht Volt dennoch offen und ideologiefrei gegenüber. Sollte in Zukunft eine nachhaltige und wirtschaftliche Technologie entwickelt werden, die ein vergleichbares Risiko mit den anderen Energieerzeugungsmöglichkeiten aufweist,
sehen wir die Kernkraft als eine mögliche Option für die Zukunft der Energie [Hervorhebung JD]. Wir unterstützen die Forschung in diesem Bereich.« (S. 48) »Ideologiefrei«? Die Anhänger:innen der kapitalistischen Ideologie sind oft die einzigen, die sich für vollkommen »ideologiefrei« halten.

Valider Punkt, letzter Satz ist mir wieder too much, genau wie der nächste Absatz:

Kleine Info: »Kernenergie« statt Atomenergie war der Propagandabegriff der Atomkraft- Betreiber in den 1960er bis 1970er Jahren mit dem sie von den noch lebendigen Erinnerungen der Menschen an die Atombombenabwürfe auf Hiroshima und Nagasaki ablenken wollten. Die Menschen sollten eher an Kirschkerne denken denn an Radioaktivität. Am Begriff ‘Kernenergie‘ erkannten und erkennen wir mit stabiler Sicherheit Atomkraftbefürworter:innen.



Denn Volt, Flüchtlingselend hin oder her, setzt sich für den Schutz der Freiheiten der Besitzenden in Europa ein, für den europäischen Grenzschutz und einen finanziellen sowie strukturellen Ausbau von Frontex: »Ein funktionierender Schutz der EU-Außengrenzen ist eine direkte Voraussetzung für die Freizügigkeit von Bürger:innen innerhalb der EU. Deswegen erachten wir es als notwendig, ein System des Grenzschutzes zu schaffen und zu unterstützen, welches die Integrität der EU-Außengrenzen schützt, grenzübergreifende Kriminalität bekämpft, und die Sicherheit der Einwohner:innen der Europäischen Union gewährleistet. (…) Volt unterstützt die Weiterentwicklung der Europäischen Agentur für die Grenz- und Küstenwache von einer zwischenstaatlichen Behörde, die in größerem Umfang nur die nationalen Ressourcen zum Grenzschutz koordiniert, hin zu einer vollständig europäischen Agentur mit umfassendem Mandat und Ressourcen um effektiv zu reagieren und handeln.« (S. 24f)

Frontex ist shite, da sind wir uns einig.

Beim Thema Sicherheitspolitik fordert Volt eine Vereinheitlichung und teilweise
Zusammenlegung der nationalen Polizeien und Geheimdiensten (!), also eine Aufhebung der
nach dem NS-Faschismus aus guten Gründen von den Alliierten auferlegten Trennung von
Geheimdiensten und Polizei.

Interessant, muss ich mich näher mit beschäftigen.

Zusätzlich soll eine neue Sicherheitsagentur gegründet werden, die die Mitgliedsstaaten bei
»zivilen, polizeilichen und militärischen Einsätzen« unterstützt,
»um die öffentliche Ordnung (…) zu gewährleisten«. (S. 25f)
Wessen Ordnung? Gemeint ist die Ordnung der herrschenden Kreise.

Auch hier wieder eine Behauptung. Ich denke es geht v.a. um Terrorismusbekämpfung, Geldwäsche etc. aber vllt geht es ja auch um die Ordnung der Herrschenden, who knows...

Volt Deutschland fordert Europäische Lösungen in der Verteidigungspolitik, denn »auf der
Weltbühne werden wir nur als Gemeinschaft wirklich ernst genommen«. Dieses eurochauvinistische »wir« ist verräterisch und zieht sich durch die Volt-Sprache: »unser Erdgas«, unser »Rohöl«, »unsere Lebensweise«.

Wir Europäer, verstehe nicht was hier am Wort "wir" falsch ist. "Eurochauvinistisch" kommt auch öfter vor, wird aber nicht näher ge- oder erklärt was sie damit meint.

Nichts an Volt ist friedlich. Es hätte jeden der Kriege seit 1998 (Jugoslawien) und Afghanistan
(2001) mitgemacht. Nur den Irakkrieg nicht, denn der – das fanden damals auch SPD und
Grüne – war schlecht für’s Geschäft.

Ziemlich freche Behauptung m.E.

Schiebt mensch den Gründungsmythos beiseite ist Volt ein aus unbekanntem Kreis
stammendes pro-kapitalistisches Top-Down-Projekt, das wie eine Ware vermarktet wird. In
Brüssel ausgedacht, von wohlhabenden Leuten finanziert, fällt es von oben auf die
Kommunen in Deutschland und verankert sich in bezahlten Positionen und ziemlich
beliebigen Bündnissen.

Ok, ich zerlege das mal:
Aus unbekanntem Kreis stammendes
: ich dachte das hier sei der Kreis:
Der Anteil von Unternehmensberater:innen, Bankkaufleuten, Wirtschafts- und Politikstudent:innen (oft von privaten Hochschulen) und IT-Beratern unter den Kandidat:innen ist überdimensional hoch. Viele von ihnen haben – so die meisten Selbstdarstellungen – zuvor keinerlei politischen Erfahrungen gemacht. Die eine hatte ein
Volt-Erweckungserlebnis, der andere ist vor 2 Jahren einmal auf einer Friday-for-Future-Demo mitgelaufen und es hat ihm nicht gefallen.

pro-kapitalistisches
könnte man zustimmen, denke ich
Top-Down-Projekt
hier fehlt die Begründung und Erklärung
das wie eine Ware vermarktet wird
Begründung & Erklärung?
von wohlhabenden Leuten finanziert
ja, stimmt wohl
fällt es von oben auf die Kommunen in Deutschland und verankert sich in bezahlten Positionen
Was will sie damit sagen und wo ist die Begründung dafür?
und ziemlich beliebigen Bündnissen
Hier hätte ich mir mehr Aufklärung gewünscht, denn da habe ich tatsächlich schon negatives zu gelesen
Volt ist so ökologisch wie ein Kunstrasen und so basisdemokratisch wie die Chefetage einer
Bank.

ziemlich überzogene Behauptung, zum Thema ökologisch gab es nur das Beispiel Grüne Lunge, zu basisdemokratisch gar keines
Wir wissen noch nicht genau, was der eigentliche Plan hinter Volt ist. Das wichtigste aber
wissen wir: Eine starke Rolle spielen die ökonomischen Interessen der Besitzbourgeoisie in Europa, die Verteidigung der europäischen Grenzen gegen Geflüchtete und der Einsatz für die mensch- und naturzerstörende, klimaschädliche und atomwaffenfähige Atomtechnologie.

Puh, also dafür gab der Text aber wenig Belege. Und will sie andeuten, dass Volt Atomwaffen bauen will?

Alles in allem sind da ein paar interessante Punkte dabei, aber das Framing ist mir zu krass.
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Danke für den Link FrankenAdler, habe mir es durchgelesen und muss sagen, dass ich es größtenteils für argumentativ sehr schwach halte. Im Folgenden warum:

Im Europawahlkampf 2019 fielen sie mir zum ersten Mal auf: die professionell hergestellten, aber vollkommen nichtssagenden Plakate von Volt. [...] Die Slogans sind leer wie Margarine-Reklame, »sonnig und streichfrisch«. Kein Plakat bezieht sich auf die konkreten Verhältnisse in einer Stadt. Volt trällert: »Hamburg mach mal mutige Politik / Hamburg mach mal neue Politik / Köln mach mal neue Politik / Frankfurt mach mal mutige Politik.« Und: Frankfurt / Köln / Hamburg usw »mach’s wie« Barcelona / Kopenhagen / Wien

1. sind die meistens Plakte m.E. relativ inhaltsleer und eher plakativ
2. sind die hier aufgeführten Beispiele dann doch eher schwach, aber könnte man zustimmen

Auch ihre individuellen Äußerungen im Wahlkampf lassen erkennen, dass die Volt-Kandidat:innen die Städte, in denen sie kandidieren, kaum kennen.

Hier fehlen Beispiele, das ist einfach eine Behauptung.

Ihre Sprache ist weichgespült. Sie geben sich »irgendwie« fortschrittlich, aber im 137- seitigen Grundsatzprogramm kommt der Begriff Kapitalismus kein einziges Mal vor geschweige denn kritisch.

Verstehe den Zusammenhang zwischen fortschrittlich und Kapitalismus nicht, meint sie das weil Kapitalismuskritik im Grundsatzprorgamm fehlt und weil nur das als fortschrittlichzu betrachten ist oder wie? Ich verstehe es wirklich nicht.

Aber dass Profitinteressen gesichert werden müssen, bestätigt Volt mit der abgenutzten Phrase von der »globalen Verantwortung Europas«, womit immer gemeint ist, dass Kapitalinteressen notfalls eben auch militärisch durchgesetzt werden.

Behauptung. Warum ist damit immer gemeint, dass "Kapitalinteressen notfalls eben auch militärisch durchgesetzt werden"?

Dann kommte eine relativ lange Kritik an den Spendern und Gründern, dass das alles vom Großkapital kommt. Ja, kann man so sehen, nehme ich als validen Punkt an. Das hier aber ist dann eher schwach:
Weitere 10.000 Euro kamen von Ludwig Graf Douglas, Enkel des Unternehmers und früheren Nazis SS-Untersturmführer Rudolf-August Oetker.

Was hat der Enkel mit der Nazivergangenheit des Onkels zu tun?

Es gibt jetzt im Kommunalwahlkampf in Hessen auch keine Transparenz über die Finanzen von Volt in Hessen oder in Frankfurt. Wer zahlt die teure Masse an Werbematerial? Offensichtlich ist Frankfurt am Main für die weitere Ausbreitung von Volt in Deutschland strategisch wichtig, deshalb eine solch extreme Materialschlacht.

Valider Punkt, warum aber Frankfurt strategisch wichtig ist und was mit "extreme Materialschlacht" gemeint ist, wird nicht ausgeführt. Ist subjektiv, aber mir sind nicht wesentlich mehr Plakate von Volt als von allen anderen aufgefallen.

Der Versuch von Volt sich als irgendwie umweltfreundlich auszugeben, zerplatzt bei näherer Betrachtung sofort. Die Frankfurter Volt-Spitzenkandidatin O’Sullivan erklärte jetzt, dass Volt für die Zubetonierung der »Grünen Lunge« am Güntherburgpark eintritt. Hier geht es um ein seit sechs Jahren heiß umkämpftes Bauprojekt. Der sehr engagierten Bürgerinitiative (die ÖkoLinX-ARL von Anfang unterstützte), gelang es kürzlich, den Grünen vor der Wahl das Versprechen für eine Kurswende abzutrotzen, dabei hatten die Grünen das Projekt 2015 gemeinsam mit Investoren erfunden

Zerplatzt somit bei näherer Betrachtung die Umweltfreundlichkeit der Grünen ebenfalls sofort?
Ist mir zu wenig als pro oder contra Umweltfreundlichkeit der Partei

Als ich Volt kürzlich in einem Tweet vorwarf, für Atomenergie zu sein, reagierten sie wütend und stritten alles ab. Sie schickten mir Screens des immer gleichen Programmsatzes. Da steht auf S. 48 im Grundsatzprogramm vom Dezember 2020: »Volt steht zu dem für Deutschland beschlossenen Ausstieg aus der Nutzung der Kernenergie (Atomausstieg).« Wenn Volt ein kritisches historisches und ökologisches Bewusstsein hätte und etwas über diesen sog. Atomausstieg wüsste, wüsste die Partei auch, dass das Atomkapital von diesem vermeintlichen »Ausstieg« durch Entschädigungen enorm profitiert(e) und einzelnen Atomkraftwerken vom Staat längere und extrem profitable Betriebslaufzeiten genehmigt wurden, als die Betreiber je zu hoffen gewagt hatten.

Ich lese aus dem Auszug des Grundsatzprogramms lediglich, dass Volt den Ausstieg aus der Atomkraft nicht rückgängig machen will, sondern dazu steht. Daraus lese ich dann aber nicht, wie sie zum wie stehen. Also der letzte Absatz ist m.E. wieder eine Behauptung.

Nur 13 Zeilen weiter heißt es im Volt-Programm dann auch prompt:
»Zukünftigen Entwicklungen im Bereich der Kerntechnik - möglicherweise in Form der Kernfusion - steht Volt dennoch offen und ideologiefrei gegenüber. Sollte in Zukunft eine nachhaltige und wirtschaftliche Technologie entwickelt werden, die ein vergleichbares Risiko mit den anderen Energieerzeugungsmöglichkeiten aufweist,
sehen wir die Kernkraft als eine mögliche Option für die Zukunft der Energie [Hervorhebung JD]. Wir unterstützen die Forschung in diesem Bereich.« (S. 48) »Ideologiefrei«? Die Anhänger:innen der kapitalistischen Ideologie sind oft die einzigen, die sich für vollkommen »ideologiefrei« halten.

Valider Punkt, letzter Satz ist mir wieder too much, genau wie der nächste Absatz:

Kleine Info: »Kernenergie« statt Atomenergie war der Propagandabegriff der Atomkraft- Betreiber in den 1960er bis 1970er Jahren mit dem sie von den noch lebendigen Erinnerungen der Menschen an die Atombombenabwürfe auf Hiroshima und Nagasaki ablenken wollten. Die Menschen sollten eher an Kirschkerne denken denn an Radioaktivität. Am Begriff ‘Kernenergie‘ erkannten und erkennen wir mit stabiler Sicherheit Atomkraftbefürworter:innen.



Denn Volt, Flüchtlingselend hin oder her, setzt sich für den Schutz der Freiheiten der Besitzenden in Europa ein, für den europäischen Grenzschutz und einen finanziellen sowie strukturellen Ausbau von Frontex: »Ein funktionierender Schutz der EU-Außengrenzen ist eine direkte Voraussetzung für die Freizügigkeit von Bürger:innen innerhalb der EU. Deswegen erachten wir es als notwendig, ein System des Grenzschutzes zu schaffen und zu unterstützen, welches die Integrität der EU-Außengrenzen schützt, grenzübergreifende Kriminalität bekämpft, und die Sicherheit der Einwohner:innen der Europäischen Union gewährleistet. (…) Volt unterstützt die Weiterentwicklung der Europäischen Agentur für die Grenz- und Küstenwache von einer zwischenstaatlichen Behörde, die in größerem Umfang nur die nationalen Ressourcen zum Grenzschutz koordiniert, hin zu einer vollständig europäischen Agentur mit umfassendem Mandat und Ressourcen um effektiv zu reagieren und handeln.« (S. 24f)

Frontex ist shite, da sind wir uns einig.

Beim Thema Sicherheitspolitik fordert Volt eine Vereinheitlichung und teilweise
Zusammenlegung der nationalen Polizeien und Geheimdiensten (!), also eine Aufhebung der
nach dem NS-Faschismus aus guten Gründen von den Alliierten auferlegten Trennung von
Geheimdiensten und Polizei.

Interessant, muss ich mich näher mit beschäftigen.

Zusätzlich soll eine neue Sicherheitsagentur gegründet werden, die die Mitgliedsstaaten bei
»zivilen, polizeilichen und militärischen Einsätzen« unterstützt,
»um die öffentliche Ordnung (…) zu gewährleisten«. (S. 25f)
Wessen Ordnung? Gemeint ist die Ordnung der herrschenden Kreise.

Auch hier wieder eine Behauptung. Ich denke es geht v.a. um Terrorismusbekämpfung, Geldwäsche etc. aber vllt geht es ja auch um die Ordnung der Herrschenden, who knows...

Volt Deutschland fordert Europäische Lösungen in der Verteidigungspolitik, denn »auf der
Weltbühne werden wir nur als Gemeinschaft wirklich ernst genommen«. Dieses eurochauvinistische »wir« ist verräterisch und zieht sich durch die Volt-Sprache: »unser Erdgas«, unser »Rohöl«, »unsere Lebensweise«.

Wir Europäer, verstehe nicht was hier am Wort "wir" falsch ist. "Eurochauvinistisch" kommt auch öfter vor, wird aber nicht näher ge- oder erklärt was sie damit meint.

Nichts an Volt ist friedlich. Es hätte jeden der Kriege seit 1998 (Jugoslawien) und Afghanistan
(2001) mitgemacht. Nur den Irakkrieg nicht, denn der – das fanden damals auch SPD und
Grüne – war schlecht für’s Geschäft.

Ziemlich freche Behauptung m.E.

Schiebt mensch den Gründungsmythos beiseite ist Volt ein aus unbekanntem Kreis
stammendes pro-kapitalistisches Top-Down-Projekt, das wie eine Ware vermarktet wird. In
Brüssel ausgedacht, von wohlhabenden Leuten finanziert, fällt es von oben auf die
Kommunen in Deutschland und verankert sich in bezahlten Positionen und ziemlich
beliebigen Bündnissen.

Ok, ich zerlege das mal:
Aus unbekanntem Kreis stammendes
: ich dachte das hier sei der Kreis:
Der Anteil von Unternehmensberater:innen, Bankkaufleuten, Wirtschafts- und Politikstudent:innen (oft von privaten Hochschulen) und IT-Beratern unter den Kandidat:innen ist überdimensional hoch. Viele von ihnen haben – so die meisten Selbstdarstellungen – zuvor keinerlei politischen Erfahrungen gemacht. Die eine hatte ein
Volt-Erweckungserlebnis, der andere ist vor 2 Jahren einmal auf einer Friday-for-Future-Demo mitgelaufen und es hat ihm nicht gefallen.

pro-kapitalistisches
könnte man zustimmen, denke ich
Top-Down-Projekt
hier fehlt die Begründung und Erklärung
das wie eine Ware vermarktet wird
Begründung & Erklärung?
von wohlhabenden Leuten finanziert
ja, stimmt wohl
fällt es von oben auf die Kommunen in Deutschland und verankert sich in bezahlten Positionen
Was will sie damit sagen und wo ist die Begründung dafür?
und ziemlich beliebigen Bündnissen
Hier hätte ich mir mehr Aufklärung gewünscht, denn da habe ich tatsächlich schon negatives zu gelesen
Volt ist so ökologisch wie ein Kunstrasen und so basisdemokratisch wie die Chefetage einer
Bank.

ziemlich überzogene Behauptung, zum Thema ökologisch gab es nur das Beispiel Grüne Lunge, zu basisdemokratisch gar keines
Wir wissen noch nicht genau, was der eigentliche Plan hinter Volt ist. Das wichtigste aber
wissen wir: Eine starke Rolle spielen die ökonomischen Interessen der Besitzbourgeoisie in Europa, die Verteidigung der europäischen Grenzen gegen Geflüchtete und der Einsatz für die mensch- und naturzerstörende, klimaschädliche und atomwaffenfähige Atomtechnologie.

Puh, also dafür gab der Text aber wenig Belege. Und will sie andeuten, dass Volt Atomwaffen bauen will?

Alles in allem sind da ein paar interessante Punkte dabei, aber das Framing ist mir zu krass.
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Wer Kernspaltung nicht von Kernfusion unterscheiden kann, hat jegliche Deutungskompetenz was andere Personen meinen könnten verloren.
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Wer Kernspaltung nicht von Kernfusion unterscheiden kann, hat jegliche Deutungskompetenz was andere Personen meinen könnten verloren.
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SemperFi schrieb:

Wer Kernspaltung nicht von Kernfusion unterscheiden kann, hat jegliche Deutungskompetenz was andere Personen meinen könnten verloren.

So wie die Unterscheidung zwischen Kobold und Kobald?
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SemperFi schrieb:

Wer Kernspaltung nicht von Kernfusion unterscheiden kann, hat jegliche Deutungskompetenz was andere Personen meinen könnten verloren.

So wie die Unterscheidung zwischen Kobold und Kobald?
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FrankenAdler schrieb:

So wie die Unterscheidung zwischen Kobold und Kobald?


Hätte sie Staubsaugernutzer automatisch als Befürworter von Kinderarbeit deklariert, wäre das vergleichbar, so nein :p
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Kann mir jemand von den Volt-Spezialisten sagen, wo die eigentlich herkommen? Ich verstehe, dass sie wohl europaweit antreten und anderswo auch schon in irgendwelche Gremien eingezogen sind. Ich muss aber gestehen, dass ich die mit der Kommunalwahl überhaupt das erste mal wahrgenommen habe.
Ich würde gerne wissen, wer dahinter steckt und woher die die Kohle für ihre Wahlkämpfe haben. Die Hochglanzaufmachung der Plakate deutet jedenfalls auf enorm viel Kapital hin, für so ein neues und gleichzeitig großdimensioniertes Projekt.
Bitte nicht falsch verstehen, ich habe keine größeren Vorbehalte gegen Volt, einige der Forderungen halte ich sogar für sehr vernünftig und ich habe auch kürzlich längere Zeit mit einem geredet, der bei denen aktiv ist. Mit dem habe ich mich ziemlich gut verstanden. Den Text von der Ditfurth finde ich auch nicht besonders überzeugend, scheint mir hauptsächlich als Schuss gegen die direkte Konkurrenz im Stadtparlament motiviert zu sein, ohne wirklich konkrete Anhaltspunkte. Ich denke ich würde Volt auch nicht wählen, weil sie mir doch ein wenig zu wirtschaftsliberal erscheinen und ich ihren Standpunkt zur europäischen Grenzsicherung als Wunsch nach Ausbau der Festung Europa interpretiere. Ich würde nur die Hintergründe zu dieser Partei gerne besser verstehen.
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Wer Kernspaltung nicht von Kernfusion unterscheiden kann, hat jegliche Deutungskompetenz was andere Personen meinen könnten verloren.
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SemperFi schrieb:

Wer Kernspaltung nicht von Kernfusion unterscheiden kann, hat jegliche Deutungskompetenz was andere Personen meinen könnten verloren.

Nein, aber die Glaubwürdigkeit ihrer Positionen diesbezüglich sinkt gegen Null.
Übrigens, wenn es den Wissenschaftlern gelingt, deutlich mehr Energie aus der Kernfusion heraus zu bekommen, als sie verbraucht, ist das eine Energiequelle erster Wahl.
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Kann mir jemand von den Volt-Spezialisten sagen, wo die eigentlich herkommen? Ich verstehe, dass sie wohl europaweit antreten und anderswo auch schon in irgendwelche Gremien eingezogen sind. Ich muss aber gestehen, dass ich die mit der Kommunalwahl überhaupt das erste mal wahrgenommen habe.
Ich würde gerne wissen, wer dahinter steckt und woher die die Kohle für ihre Wahlkämpfe haben. Die Hochglanzaufmachung der Plakate deutet jedenfalls auf enorm viel Kapital hin, für so ein neues und gleichzeitig großdimensioniertes Projekt.
Bitte nicht falsch verstehen, ich habe keine größeren Vorbehalte gegen Volt, einige der Forderungen halte ich sogar für sehr vernünftig und ich habe auch kürzlich längere Zeit mit einem geredet, der bei denen aktiv ist. Mit dem habe ich mich ziemlich gut verstanden. Den Text von der Ditfurth finde ich auch nicht besonders überzeugend, scheint mir hauptsächlich als Schuss gegen die direkte Konkurrenz im Stadtparlament motiviert zu sein, ohne wirklich konkrete Anhaltspunkte. Ich denke ich würde Volt auch nicht wählen, weil sie mir doch ein wenig zu wirtschaftsliberal erscheinen und ich ihren Standpunkt zur europäischen Grenzsicherung als Wunsch nach Ausbau der Festung Europa interpretiere. Ich würde nur die Hintergründe zu dieser Partei gerne besser verstehen.
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Raggamuffin schrieb:

Ich würde gerne wissen, wer dahinter steckt und woher die die Kohle für ihre Wahlkämpfe haben. Die Hochglanzaufmachung der Plakate deutet jedenfalls auf enorm viel Kapital hin, für so ein neues und gleichzeitig großdimensioniertes Projekt.


Schau hier:
https://www.voltdeutschland.org/transparenz


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Raggamuffin schrieb:

Ich würde gerne wissen, wer dahinter steckt und woher die die Kohle für ihre Wahlkämpfe haben. Die Hochglanzaufmachung der Plakate deutet jedenfalls auf enorm viel Kapital hin, für so ein neues und gleichzeitig großdimensioniertes Projekt.


Schau hier:
https://www.voltdeutschland.org/transparenz


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Naja, bedingt aussagekräftig, sind ja nur Einzelspender der letzten Wochen. Aber auf der Seite gibt's auch ein "Wir über uns", darin steht:

Europäische Herausforderungen brauchen europäische Lösungen. Dabei stoßen nationale Parteien an ihre Grenzen und populistische Versprechen setzen unseren Frieden aufs Spiel. Deswegen haben wir Volt gegründet, eine Bewegung und Partei für ganz Europa.


Beantwortet noch nicht die Frage, wer "wir" ist. Also weiter im Text

2016 veranlasste das Brexit Votum und der wachsende Rechtspopulismus in Europa zwei junge Europäer und eine junge Europäerin, nicht weiter tatenlos zuzuschauen. Der Italiener Andrea Venzon, die Französin Colombe Cahen-Salvador und der Deutsche Damian Boeselager schufen mit Volt einen grenzübergreifenden politischen Ansatz für Europa


Okay, es handelt sich also um drei Gründer*Innen aus drei verschiedenen Ländern. Sie sind alle jung und wollten nicht mehr tatenlos zuschauen. Soweit so gut. Ich schätze den gleichen Entschluss fasst aber an so gut wie jedem Abend irgendwo eine kleine Studentenkifferclique. In der Regel kommt dabei dann aber maximal eine kleine Graswurzelbewegung heraus. Darüber, wie es diese drei geschafft haben, innerhalb von wenigen Jahren eine große internationale Partei aus dem Boden zu stampfen, lernt man leider im weiteren Verlauf des Textes nichts. Deshalb bin ich praktisch nicht viel schlauer als vorher.

Ist es ein besonderer Nerv, den sie treffen? Welchen? Wurde das Projekt in anderen Ländern vielleicht offensiver beworben und ist dadurch schon so groß geworden, bevor ich was mitbekommen habe? Gab es irgendeine größere Werbeoffensive, im Netz oder sonstwo? Hat die irgendein besonders gutes Konzept? Oder waren die "Hey Frankfurt, mach mal gute Politik"-Parolen so überzeugend, dass sie aus dem Stand "größte Kleinstpartei" wurde?

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@ Ragga

https://www.tagesspiegel.de/politik/europaeische-volt-bewegung-ein-bisschen-gruen-ein-bisschen-liberal/23273320.html

https://www.zeit.de/campus/2019-05/volt-europawahl-parteien-eu-europaparlament-kleinpartei/komplettansicht

Vielleicht sind wir hier wirklich einfach bei einer Partei, die sich über Mundpropaganda und Internet einen Platz geschaffen hat und durch kleinere Spenden. Sicherlich werden sich dann bestehende Politiker aus anderen Parteien drangeheftet haben, auch nix Neues.

Ich habe Volt nie als links angesehen, eher einfach als pro-europäisch, das Thema Digitalisierung haben sie auch gut eingenommen. Für mich hatte das immer was von einer pro-europäischen internet-affinen Partei, also ein bisschen die Nachfolge des Piratenpartei-Spektrums.

Die Frage ist ja, was sie kommunal angehen will. Hier bei den Kommunalwahlen und Landtagswahlen im Ländle sind Volt definitiv vor allem mit dem Thema Digitalisierung aufgefallen, sprich Anträge per App / Internet usw.
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Naja, bedingt aussagekräftig, sind ja nur Einzelspender der letzten Wochen. Aber auf der Seite gibt's auch ein "Wir über uns", darin steht:

Europäische Herausforderungen brauchen europäische Lösungen. Dabei stoßen nationale Parteien an ihre Grenzen und populistische Versprechen setzen unseren Frieden aufs Spiel. Deswegen haben wir Volt gegründet, eine Bewegung und Partei für ganz Europa.


Beantwortet noch nicht die Frage, wer "wir" ist. Also weiter im Text

2016 veranlasste das Brexit Votum und der wachsende Rechtspopulismus in Europa zwei junge Europäer und eine junge Europäerin, nicht weiter tatenlos zuzuschauen. Der Italiener Andrea Venzon, die Französin Colombe Cahen-Salvador und der Deutsche Damian Boeselager schufen mit Volt einen grenzübergreifenden politischen Ansatz für Europa


Okay, es handelt sich also um drei Gründer*Innen aus drei verschiedenen Ländern. Sie sind alle jung und wollten nicht mehr tatenlos zuschauen. Soweit so gut. Ich schätze den gleichen Entschluss fasst aber an so gut wie jedem Abend irgendwo eine kleine Studentenkifferclique. In der Regel kommt dabei dann aber maximal eine kleine Graswurzelbewegung heraus. Darüber, wie es diese drei geschafft haben, innerhalb von wenigen Jahren eine große internationale Partei aus dem Boden zu stampfen, lernt man leider im weiteren Verlauf des Textes nichts. Deshalb bin ich praktisch nicht viel schlauer als vorher.

Ist es ein besonderer Nerv, den sie treffen? Welchen? Wurde das Projekt in anderen Ländern vielleicht offensiver beworben und ist dadurch schon so groß geworden, bevor ich was mitbekommen habe? Gab es irgendeine größere Werbeoffensive, im Netz oder sonstwo? Hat die irgendein besonders gutes Konzept? Oder waren die "Hey Frankfurt, mach mal gute Politik"-Parolen so überzeugend, dass sie aus dem Stand "größte Kleinstpartei" wurde?

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Raggamuffin schrieb:


Ist es ein besonderer Nerv, den sie treffen? Welchen? Wurde das Projekt in anderen Ländern vielleicht offensiver beworben und ist dadurch schon so groß geworden, bevor ich was mitbekommen habe? Gab es irgendeine größere Werbeoffensive, im Netz oder sonstwo? Hat die irgendein besonders gutes Konzept? Oder waren die "Hey Frankfurt, mach mal gute Politik"-Parolen so überzeugend, dass sie aus dem Stand "größte Kleinstpartei" wurde?


Ich würde sagen, in Frankfurt (und anderen Großstädten) ist Volt deshalb so erfolgreich, weil sie junge, gut situierte Menschen ansprechen, die zwar einerseits ihren Wohlstand behalten wollen, sich andererseits aber als "gute Menschen" sehen (möchten). Das ist jetzt gar nicht so böse gemeint, wie es klingt - aber halt so ein wenig eine FDP mit Wohlfühlfaktor. Für die, denen die Linke zu links, die FDP zu snobby, die CDU zu alt, die PARTEI zu wenig ernsthaft und die Grünen zu sehr Gemüsebratling sind und die SPD, naja, die ist halt die SPD. Dass das gerade hier und gerade kommunal gut verfängt, war eigentlich klar. Wenn man sieht, wo die Hochburgen sind (Nordend, Bahnhofsviertel, Europaviertel...) kann man auch das Klientel einschätzen.

Mit einem "wir können alles besser und fordern xy" anzutreten, ist ja auch erstmal keine Kunst und wenn man noch nirgendwo jemanden mit der realen parlamentarischen Arbeit enttäuschen konnte, auch einfach (siehe Piraten). Spannend wird dann jetzt sein, ob sie tatsächlich irgendwas umsetzen können oder wie sie ihren Wählern das nächste mal erklären, warum das nicht geklappt hat.
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Achso, ergänzend: Einer der größten Pluspunkte von Volt dürfte halt vor allem sein, dass sie noch nix verbockt und keine größeren Skandale an den Hacken haben. Die Gesichter sind zwar eher unbekannt, das ist in Zeiten, wo Politiker zunehmend unbeliebt werden, ja aber fast schon ein Vorteil. Merkt man ja hier im Forum, von edmund bis zu hawischer werden die als "sympathisch" wahrgenommen. Weil sie halt auch niemandem wehtun. Wie "mutig" und gut Politik sein kann, bei der man niemandem wehtut, wird sich halt zeigen.


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