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philadlerist

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So langsam geht‘s gar nicht mehr ums Thema
Wir wären dann beim künftigen Umgang mit Wechselankündigungen
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le god schrieb:

Deine Antwort lautet wenn ich es richtig herauslese: Die Spieler sind eigentlich doch nicht so gut, wie die Leistungen der ersten 28 Spieltage vermuten ließen. Damit schließt Du Dich der These von Hütter an, dass wir zwischendurch einfach überperformed hätten.

Nein, das meine ich nicht. ich meinte "stabil". Und Stabilität ist ein klares Qualitätsmerkmal.
Gut spielen, wenn's läuft, können viele.

le god schrieb:

Ein zu weit vorgelegter Ball ist in der Bundesliga sowieso in den seltensten Fällen eine Frage der reinen technischen Qualität, sondern eher Merkmal für mangelnde Konzentration.

Kann man so sehen. Ich sehe es eher als eine Sache der Automatismen, also wieder "Qualität". Vor allem deshalb, weil N'Dicka solche Dinge auch in guten Zeiten immer wieder mal einstreut.

le god schrieb:

Wenn "Qualität" bei einem Bundesligaspieler für Dich die Fähigkeit Randgeräusche auszublenden und mit Drucksituation umzugehen beinhaltet,  kommen wir am Ende vielleicht doch noch zusammen.

Ja, natürlich. Ich glaube ja nicht, dass die kein Fußball spielen können. Die wahre Qualität eines Spielers zeigt sich aber immer erst unter Druck. Unter dem Druck des Gegners, des Tabellenstandes, der Medien, des Trainers, des Umfelds.
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WuerzburgerAdler schrieb:
... ... ... ...
Die wahre Qualität eines Spielers zeigt sich aber immer erst unter Druck. Unter dem Druck des Gegners, des Tabellenstandes, der Medien, des Trainers, des Umfelds.


Ich würd ja sagen, da gibt es sone und sone.
Der eine blüht unter Druck auf und fühlt sich durch gesteigerte Erwartungshaltung gefördert
Der andere braucht ein funktionierendes Umfeld auf dem Platz, um das Zutrauen in seine besonderen Talente zu finden. Vielleicht braucht er zwei drei Spieler um sich, die den Druck vertragen und von ihm nehmen, damit er besonders gut spielt. Auch so kann Mannschaft funktionieren. Mit harten und mit zarten Seelen gemeinsam.
Es liegt dann am psychologischen Vermögen des Trainers, diese Konstellation an die Gesamtsituation und den jeweiligen Gegner anzupassen.
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Ich bin ja der letzte, der glaubt, dass eine Mannschaft nur in einem System zurecht kommen sollte
Zumal bei Younes Verletzung ja man die Doppelzehn auch mit Kamada/Barkok oder gar Kamada/Hrustic und am Ende auch mit Kamada/Zuber hätte spielen können. Ganz abgesehen davon, dass auch Jovic eigentlich mal ein so guter Fußballer war, dass er zumindest einen passablen 10er hätte spielen können müssen.

Und nun kommt die Krux bei der Sache: Bobic holt sensationell Jovic aus der Madrider Versenkung, der haut hier gleich nach seiner ersten Einwechslung zwei Buden vom Schlappen, alles jubelt, das Fanherz ist glücklich - Kostic ist glücklich ...
Dann sieht Hütter aber im Training, wie weit Jovic von seiner Form weg ist. Aber er hat sich in den Kopf gesetzt, den Bub wieder hinzukriegen. Vielleicht hat er das Bobic auch versprochen, als der angedeutet hat, dass man Jovic für ein halbes Jahr holen könnte.
Und ja, auch sowas kann sich dann zu einer atmosphärischen Störung ausentwickeln, wenn Hütter immer wieder Jovic in die erste Elf komplimentiert, während andere mit den Hufen scharren und nicht berücksichtigt werden. Sicher hat Jovic den konditionellen Anschluss so halbwegs bis zum Bayernspiel geschafft, aber ins Spielsystem hat er einfach nicht reingefunden. Alles war auf Silva abgestellt - zurecht wie sein Torrekord beweist -, und Jovic lief ihm eher in die Quere, als dass er seine eigene Position in diesem ein 10er zwei Spitzen System gefunden hätte.
Oder Hütter eine klare Anweisung gefunden hätte, wie es funktionieren soll.

Ich weiß nicht, wer wann zu welchem Zeitpunkt 100% fit gewesen ist, aber ich habe im Spiel gegen Mainz einen abrupten Wechsel im Willen wie im Können wahrgenommen, als Younes endlich mittun durfte. Grade gegen tiefstehende Mannschaften, wenn sowieso alles zu Bierdeckeln verdichtet wird, ist Younes derjenige, der den Unterschied am deutlichsten machen kann, dicht gefolgt von Kamada, der immer noch mal einen plötzlichen Einfall haben kann. Zuletzt leider nicht so oft.

Trotzdem sollte es eigentlich nicht an der Systemfrage liegen, wie die Mannschaft auftritt, ob mit oder ohne Jovic. Das Problem lag eher im Kopf oder lastete den Jungs auf der Seele. Das zwei 10er System hat vor Weihnachten den Umschwung eingeleitet, das zwei Spitzen System hat die Siege gegen BVB und VW geholt. Ja, vielleicht hat da mal das eine da mal das andere besser zum Gegner gepasst (wenn ja, gut gemacht Trainer), aber in den letzten fünf Spielen hat es ja mit beiden Ansätzen nicht geklappt.
Es muss an etwas anderem gelegen haben
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Vael schrieb:

SemperFi schrieb:

Vael schrieb:

Man sollte Trainern oder Verantworltiche, welche innerhalb der Saison Wechseln direkt freistellen. Feierabend. So ein Hickhack will ich nie wieder haben!!!!


Weder Bobic noch Hütter sind innerhalb der Saison gewechselt.


Aber sie haben innerhalb der Saison Wechselabsichten getätigt was mehr als nur Unruhe gebracht hat! So was darf es nie wieder geben!


Dann darf man nie wieder einen Trainer verpflichten ,der eine Ausstiegsklausel hat.
Ohne Ausstiegsklausel in Sachen Trainer kein Theater.
Ob man dann einen qualifizierten Trainer findet,der das mitmacht,ist die Frage.
Die Trainer haben mittlerweile dazugelernt,das finde ich erstmal positiv.

Wir müssen uns vielleicht auch damit abfinden,daß sowohl mancher Spieler,als eben neuerdings auch mancher Trainer uns als Sprungbrett ,als  Sprosse auf der Karriereleiter betrachtet.

Ist sicherlich nicht schön,aber es ist halt so.

Ich bin mal gespannt wie hier reagiert wird,wenn wir tatsächlich Seoane aus Bern holen..
Der hat einen laufenden Vertrag inklusive Ausstiegsklausel..

Also nicht holen?








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DelmeSGE schrieb:

Dann darf man nie wieder einen Trainer verpflichten ,der eine Ausstiegsklausel hat.
Ohne Ausstiegsklausel in Sachen Trainer kein Theater.
Ob man dann einen qualifizierten Trainer findet,der das mitmacht,ist die Frage.
Die Trainer haben mittlerweile dazugelernt,das finde ich erstmal positiv.

Wir müssen uns vielleicht auch damit abfinden,daß sowohl mancher Spieler,als eben neuerdings auch mancher Trainer uns als Sprungbrett ,als  Sprosse auf der Karriereleiter betrachtet.

Ist sicherlich nicht schön,aber es ist halt so.

Ich bin mal gespannt wie hier reagiert wird,wenn wir tatsächlich Seoane aus Bern holen..
Der hat einen laufenden Vertrag inklusive Ausstiegsklausel..

Also nicht holen?


Niemand wirft Hütter vor, dass er die vorher ausgehandelten Möglichkeiten seines Vertrages nutzt.
Warum auch? Da kann man höchstens persönlich enttäuscht sein.
Sollten die Verhandlungen mit Seaone erfolgreich sein, dürfen Spycher und die YB Fans auch enttäuscht sein. Wir haben aber den Ablauf der letzten Spieltage in der Schweizer Liga nicht gestört.

Bei Hütter geht es um die ganze Kommunikation darum, um das "Ich bleibe", "Mein Wort gilt" und den vorm Spiel gegen seinen zukünftigen Arbeitgeber angekündigten Abschied
Es geht um sein Verhalten danach, seine Leistung danach, seine dusseligen Interviews und Kommentare danach, seine Unfähigkeit, seinen Abgang so zu moderieren, dass die Mannschaft nicht komplett von der Rolle geht.
Es geht um den Verlust seiner Glaubwürdigkeit und was das offensichtlich in der Mannschaft angerichtet hat.
Es geht um solchen Quatsch wie "ich brenne mehr als zuvor", der sein Verhalten an der Linie komplett konterkariert.

Dass er die Ausstiegsklausel in Anspruch nimmt ist legitim und wird entsprechend von den Fohlen vergütet.
In dem Vertrag steht aber noch etwas anderes drin (ohne das jetzt im Wortlaut zu kennen) und da geht es darum, welche Leistung zu erbringen ist, über was Stillschweigen zu halten ist und dass Schaden vom Arbeitgeber abzuwenden ist.
Darüberhinaus - und da kommen wir in den Bereich der kaum vertraglich formulierbaren Teile einer Partnerschaft - ist ein Trainer auch ein Vorbild, eine Bezugsperson, jemand, der die Verhaltensregeln setzt und vorlebt. Wenn ich da wie Skibbe mit den Spielern regelmäßig am Pool ein Gelage veranstalte, dann schade ich nicht nur dem Verein, ich lebe auch den Spielern vor, wie sie ihren Arbeitsvertrag auslegen dürfen. Hier wird es dann schwierig.
Hier opfert der Trainer aber auch seinen guten Ruf.

Wir sind uns ja alle im Klaren, dass unser Kader nicht mit dem vom BVB, FCB oder Liverpool vergleichbar ist. Für uns sind deswegen innere Werte wie Zusammenhalt, Verlässlichkeit, Gemeinschaftsgeist und vielleicht sogar Freundschaft Mittel, mit denen wir unsere Nachteile (also den Mangel an Weltstars) ausgleichen können und ausgeglichen haben - bis Hütter diese Werte mit den Füßen getreten hat. Es ist halt einfach verwirrend für die Spieler, wenn ich ihnen monatelang erzähle, dass sie das Zeug haben, die CL zu erreichen, und ihnen dann erkläre, dass ich wegen besserer Perspektiven zu einem Klub wechsle, der 10 Punkte hinter ihnen steht. Und genau das sind die Dinge, die an diesem Abschied zur Unzeit nerven, aufregen und verärgern.
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SemperFi schrieb:

Adlerdenis schrieb:

Hat er nicht auch die Fußball-2000-Mannschaft zusammengestellt? Häme gegenüber Holz finde ich hier unangebracht.


Ist keine Häme, seine Beliebtheit 1996 war, nett umschrieben, überschaubar.
Und 1996, Heynckes davor und Kicker wie Zelic und Schupp gehören halt genau so zu seiner Geschichte wie seine Tore als Spieler.

Und seinen Einfluss auf Fussball 2000 habe ich extra nicht erwähnt, weil man dann noch über dunklere Flecken reden müsste.

Er ist nur ein Paradebeispiel dafür dass die besten Absichten und großartigste Eintracht-DNA keine Garantie für Irgendwas sind.

Tja gut, das lässt sich wohl nicht abstreiten. Ich für meinen Teil lege tatsächlich auch keinen Wert auf "Eintracht-DNA" in der Führungsetage, Kompetenz ist wichtiger.
Wenn man sich z. B. mal die Verantwortlichen bei Werder Bremen anguckt, die haben fast alle "Werder-DNA", und stehen kurz vorm Abstieg. Da können halt auch schlecht neue Impulse reinkommen, wenn Sportchef, Trainer, Co-Trainer und Scouting-Leiter alle schon seit zig Jahren zusammenhocken.
Etwas weniger "ICH-AG" als Bobic und Hütter darf es freilich trotzdem sein.
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Adlerdenis schrieb:
.. ...
Ich für meinen Teil lege tatsächlich auch keinen Wert auf "Eintracht-DNA" in der Führungsetage, Kompetenz ist wichtiger. ... ... ...


Ich denke, man muss eine gute Mischung anstreben
Natürlich macht es keinen Sinn, den erfolgreichen Eisenschädel aus den 80ern zum geschäftsführenden Vorstand zu machen, bloß weil der als Mittelstürmer mal 150 Tore eingeprügelt hat. Das hat ihn zu einem Superstürmer gemacht, qualifiziert ihn aber per se nicht zum Vorstand. Es müssen also Qualifikationen den Ausschlag für eine Einstellung geben, nicht Vereinsgeschichte.
Ein Fußballverein ist aber bei aller Professionalität nicht nur ein Geschäft, es ist ein in der Stadt und Region verankerter Unterhaltungsbetrieb, eine Identifikationsmaschine mit Geschichte - und auch mit legendären Persönlichkeiten. Ein solcher Verein tut gut daran, auch solchen Menschen mit Vereins-DNA, in seinen Betrieb einzubinden. Und wenn der Verein das klug angeht, dann hilft er auch seinen spielenden Legenden sich für weitere Aufgaben im Verein zu qualifizieren.

So kann ich mir zB vorstellen, - zum mal einen hypothetischen Fall zu skizzieren - dass Makoto Hasebe vielleicht mal ein herausragender Trainer wird, auch weil er solange ein herausragender Spieler war und unter vielen guten Trainern gespielt hat. Vor allem aber weil er ist, wie er ist. Ein kluger Verein bleibt in Kommunikation mit einem solchen Kandidaten, wenn er für sich selbst auch eine solche zweite Karriere in Betracht zieht, hält ihn weiter in Lohn und Brot, schickt ihn zu Trainerlehrgängen und zu Hospitanzen bei anderen Vereinen und entwickelt so für "eines schönen Tages" einen Toptrainer mit Eintracht-DNA. Dasselbe gilt auch für andere Positionen in der AG und im Verein.
Früher hat man so etwas ja eher dem Zufall überlassen und gewartet, bis sich jemand von alleine für Aufgaben im Verein qualifiziert hat. Mittlerweile denke ich, und Hellmann scheint der Garant dafür zu sein, denkt auch die Eintracht da mehr in Richtung, die benötigten Kräfte selbst zu entwickeln.
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Eintracht23 schrieb:

Und ich frage jetzt mal allenernstes. Wäre das besser?? Wenn keiner mehr irgendwas sagen würde es nur Achselzucken gibt. Wir uns jetzt in dem Fall gefragt hätten was mit dem Trainer los ist und dann der Vorstand bis zum Abpfiff des letzten Spieltags wartet um alles aufzuklären. Man sich vielleicht fragt was mit der Person los ist. Das ist doch fern von jeglicher Realität.


Das kann man eben nie genau sagen, aber bei Wolfsburg scheint es zu funktionieren.
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TheBastian10 schrieb:

Eintracht23 schrieb:

Und ich frage jetzt mal allenernstes. Wäre das besser?? Wenn keiner mehr irgendwas sagen würde es nur Achselzucken gibt. Wir uns jetzt in dem Fall gefragt hätten was mit dem Trainer los ist und dann der Vorstand bis zum Abpfiff des letzten Spieltags wartet um alles aufzuklären. Man sich vielleicht fragt was mit der Person los ist. Das ist doch fern von jeglicher Realität.


Das kann man eben nie genau sagen, aber bei Wolfsburg scheint es zu funktionieren.


Bei VW ist das vertraglich anders geregelt:
Wer da das Maul aufmacht, bekommt einfach eine Dieselaffäre angehängt
und der Staatsanwaltschaft übergeben
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philadlerist schrieb:

Hallo Oldie-Fan
Du bist ja neu hier, herzlich willkommen, deswegen - und auch für alle anderen zur Auffrischung -
Links zu Zeitungsartikeln oder Bilbbeiträge gehören in den eigenen Thread SaW
Wird täglich eröffnet, und zwar vom ersten von Euch, der etwas verlinken will
Mit der Einschränkung, dass wir die Springerpresse hier aufgrund gemeinsamer Abstimmung nicht verlinken ... nein, nicht, niemals ....

Ansonsten wünschen wir dir hier viel Vergnügen und Anregung


Ganz schön dick aufgetragen!
Das haben wir uns hier alle zu Anfang gewünscht!
Aber so läuft Kundenaquise!

Eigentlich müsste es so heißen:

Lasciate ogni speranza, voi ch'entrate!

Trotzdem, herzlich willkommen!
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Darauf antworte ich dir mit einem fröhlichen:
La speranza non muore per ultima, è umorismo!

Du bist aber auch herzlich willkommen
Wie alle hier - bis auf ein paar im Internet halt unvermeidlichen Trolle
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Danke!
Guter Artikel in der Frankfurter Rundschau von Ingo Durstewitz: „Hütter-Bobic-und die tiefen Gräben in der Eintracht Welt“.
Bin zu doof, den Link hier rein zu kopieren!!😉
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Hallo Oldie-Fan
Du bist ja neu hier, herzlich willkommen, deswegen - und auch für alle anderen zur Auffrischung -
Links zu Zeitungsartikeln oder Bilbbeiträge gehören in den eigenen Thread SaW
Wird täglich eröffnet, und zwar vom ersten von Euch, der etwas verlinken will
Mit der Einschränkung, dass wir die Springerpresse hier aufgrund gemeinsamer Abstimmung nicht verlinken ... nein, nicht, niemals ....

Ansonsten wünschen wir dir hier viel Vergnügen und Anregung
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cyberboy schrieb:

DBecki schrieb:

Silva ok, aber ist das unser einziger "Unterschiedsspieler"? Der Post von Landroval implizierte, dass wir mehrere hätten.


Von der Klasse, aufjedenfall.


Silva ist zu gut für die Eintracht, der ist einfach ein Glücksfall gewesen, mit dieser extremen Entwicklung. Unterschiedsspieler? Ja, absolut. Warum ich "gewesen" schreibe? Spekulation ...

Kostic und Younes zählen für mich auch dazu. K. hat oft genug bewiesen, welche Extraklasse er spielen kann und nach der Y.-Verpflichtung ging es erst so richtig ab ... Unterschiedsspieler? Ja, für mich und meine Auslegung der Definition schon.

Ich meine, dass es schon reichen würde ins Mittelmaß (oder tiefer) abzurutschen, wenn Silva und Kostic nächste Saison irgendwo CL spielen und wir keine überdurchschnittlich guten Nachfolger finden, die die Lücken wenigstens einigermassen zu schliessen im Stande sind.  

Bei Y. gehe ich davon aus, dass er bleibt.

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Ich würde Hinteregger in Bestform auch dazu zählen
Der hat schon ein paar Schwergewichte wegverteidigt in den letzten zwoanhalb Jahren
Die letzten vier Wochen war er leider nur ein Schatten seiner selbst, was aber auch an seinem besonderen Verhältnis zu Mütter und der daraus entstandenen Enttäuschung liegt.

Mir tut Jovic ein bisschen leid. Er hat sich am Ende sicher mehr von seiner Rückkehr versprochen - wie wir alle. Der Jovic aus der Saison 18/19 hätte uns wahrscheinlich in die CL geschossen, so hat er am Ende von Mütter gepäppelt trotzdem mehr im Weg gestanden. Er war mal ein Unterschiedsspieler, aber irgendwie haben sie den in Madrid gründlich kaputt gemacht. Und in der Form ist er keine 20 M€ Ablöse mehr wert ... Sehr traurig, für ihn und für uns. Na gut, für ihn nur so halb bei 10M€ Jahresverdienst ...
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Schönesge schrieb:

Tafelberg schrieb:

SGERafael schrieb:

Den Spielern will ich eigentlich kaum einen Vorwurf machen.



       

warum eigentlich nicht?


Weil eine Mannschaft ein funktionierendes Gebilde sein muss, damit es an ihre Leistungsgrenzen kommen kann. Dieses Gebilde war aber nach dem Vertrauensbruch herbeigeführt durch den Kapitän des Gebildes himself keine funktionierendes Gebilde mehr.

Wäre es anders, bräuchte es keinen Trainer, welchem die Spieler vertrauen. Wäre es bei der Eintracht Frankfurt anders, wäre Eintracht Frankfurt der einzige Verein auf der Welt, bei welchem die Uhren anders ticken. Moment, letzteres hatten wir doch schonmal...



Naja,wenn Du den Trainer entlässt,wissen die Spieler auch nicht,ob sie dem Nachfolger vertrauen können...
Wer weiß wie die Mannschaft zu einer Zeit des Erfoges auf eine Entlassung reagiert hätte?
Ich für meinen Teil hätte eine Entlassung nicht nachvollziehen können.
Warum darf ein Trainer nicht das,was Spieler ständig machen?

Oder Beispiel Haaland,vor einem wichtigen Spiel und zu einer Zeit,in der Dortmund nicht so supertoll platziert warund es nicht rund lief,fährt der Berater nach Spanien und führt Gespräche.
Ist für den Mannschaftsgeist auch nicht gerade optimal.
Hat Dortmund ja unglaublich negativ beeinflusst,wie man tabellarisch ja sieht.

Die Frage ist doch,wie es im Innenleben einer Mannschaft aussieht,in der Kabine.
Da fehlen uns definitiv die Führungskräfte,die quasi den Haufen auf das grosse Ziel einschwören.
Siehe 2018,da gab es die,da war die Truppe auf den Punkt da.

Denn Deiner Argumentation folgend hätten wir keinesfalls Pokalsieger werden dürfen.
Denn die Enttäuschung nach Kovacs Abgang war bei dem einen oder anderen Spieler sicherlich nicht kleiner als heute.

Wenn ich die drei Phasen der Saison sehe,die erste Phase bis zum Winter,die Hochphase mit 28 Punkten von 30 möglichen Punkten,sowie die Phase ab dem Bremenspiel,dann ist Platz 5 eine Platzierung,die es gut trifft.

Denn eines sollte man auch mal sehen,wir haben die Rückrunde mit 20 Feldspielern bestritten,nicht alle waren auf dem Niveau für Platz 4.

Vielleicht hätten auch Zuschauer die Mannschat gepusht,wenn sie dies schon nicht selber kann.
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DelmeSGE schrieb:
... ...
Warum darf ein Trainer nicht das, was Spieler ständig machen?
... .. ... .. ...


Naja, dürfen ja, aber trotzdem erwartet man von einem 49jährigen mehr menschliche Reife als zum Beispiel von einem Dembélé oder Streit. Mehr Bewusstsein über die eigene Vorbildfunktion für die ganze Gruppe, für all die 20jährigen Tutas, die mit 18 ihre oft bildungsschwache Heimat verlassen um einen Traum zu verfolgen. Woran soll sich so ein junger Mensch halten, wenn nicht an seinen Trainer, Ausbilder, Coach?
Und da liegt dann halt der Unterschied: Tuta darf verunsichert sein und schlecht spielen. Von seinem Trainer erwarte ich viel mehr
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SamuelMumm schrieb:

SGERafael schrieb:

Will man das einfach nicht sehen,dass der Hauptkapitän des Gebildes mit seiner Lügenstory seine Truppe verkrätzt und aufs Äußerste demotiviert hat?

Der Trainer geht, ich hab jetzt keinen Bock mehr. Ich stampfe mit dem Fuß auf. Prämie für das Erreichen der Champignons Liga? Mir egal, ich bin sauer!

Wir werden uns da nicht einig.
Jeder hat da seine Sicht der Dinge - und das ist auch gut so!

Zum Glück sind unsere Spieler Menschen und keine Maschinen. Alles immer nur über die Kohle zu begründen ist zu einfach.
Ab einem gewissen Gehalt ist Geld oder Prämie kein Motivator mehr.
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SGERafael schrieb:

Zum Glück sind unsere Spieler Menschen und keine Maschinen.
Alles immer nur über die Kohle zu begründen ist zu einfach.
Ab einem gewissen Gehalt ist Geld oder Prämie kein Motivator mehr.


Richtig, ab einem Niveau deutlich über Existenzsicherung geht es plötzlich um andere Dinge
Zum Beispiel um Flow, Kooperation, Gemeinschaftsgefühl, Spielfreude

Und grade der Flow ist ein Gefühl, das von allen Kleinigkeiten abhängt.
Du musst topfit sein, dein Körpergefühl muss ungestört sein, du musst dich auf die Arbeit mit den Kollegen freuen, die Gemeinschaft muss von gegenseitigem Zutrauen und Vertrauen geprägt sein, das Gefühl der Verlässlichkeit gehört dazu - und da hat Hütter das Loch reingemacht, und schon war der Flow dahin ...
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Im Grunde kann man hier kreativ sein, aber Möglichkeiten so etwas vertraglich zu regeln gibt es mit Sicherheit.

Und eine moralische Komponente sollte man nicht unterschätzen.
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Schönesge schrieb:
.. ...
Und eine moralische Komponente sollte man nicht unterschätzen.


Tja, was das angeht, haben sich die Eintracht und unser Aufsichtsrat einwandfrei, ja sogar zum eigenen Schaden verhalten. Das ist ja das über das Sachliche hinausgehende Traurige an der Sache.
Wäre halt schön gewesen, wenn auch die Gegenseite sich anständig verhalten hätte.
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Für Spieler gilt ja: bis ein halbes Jahr vor Vertragsende dürfen die Spieler nicht ohne Erlaubnis des Vertragsvereins angesprochen werden. Die letzten 6 Monate des Vertrages ist der Spieler (und sein Berater) dann frei zu verhandeln, mit wem er will. Das finde ich fair und angemessen, denn auch für den Spieler geht es ja um seine Existenz. Denen da nur ein paar Wochen Sommerurlaub zum Verhandeln zu lassen, wäre nicht fair.
Andererseits arbeiten die Berater ja heutzutage auch schon deutlich vorher daran, ihren Schützlingen "Perspektiven zu eröffnen". Und dann gibt es noch die Fälle wie bei Rode, wo die Münchner schon anderthalb Jahre vor Vertragsablauf ihr Interesse an einen ablösefreien Wechsel von Rode in den Orbit gedampft haben.

Auch wenn sich das alles wahrscheinlich umgehen lässt, wenn man will, man könnte darüber nachdenken solche Verhandlungssperrfristen auch für Trainer, Analysten oder Sportvorstände in die Verträge zu nehmen. Das hätte dann den Ablauf der Ereignisse verändert - zumindest dort, wo es keine Ausstiegsklauseln gibt. Die wiederum nervt jetzt vielleicht grade mal, ist aber ein legitimes Mittel zwischen zwei Verhandlungspartnern, oft ja auch eine Regel, die beim Einkauf den Preis drücken hilft.
In unserem Fall bringt sie uns immerhin 7,5 Millionen Ablöse für Hütter ein.

Auch beim Kapitän, der sich zum kurzfristigen "captain and women first" entschieden hat und das Schiff als erster verlassen wollte, bekommen wir für die Auflösung eines gültigen Arbeitsvertrags noch mal kolportierte 2 - 2,5 Ablöse. Was durchaus bemerkenswert ist, denn der Hase läuft ja normalerweise in die andere Richtung: der Verein feuert und zahlt dann Abfindung!

Letztlich geht es aber auch immer um folgende Frage: Wie sinnvoll ist eine Zusammenarbeit mit einem Spieler, Trainer oder Sportvorstand, der nicht mehr dabei bleiben möchte? Wer hält bis zuletzt seine Knochen hin, wenn er doch in ein paar Wochen schon beim nächsten Wunschverein antritt? Wer hat im Hinterkopf, welche Tabellenkonstellation für seinen neuen Verein vielleicht günstiger wäre? Wem darf man noch in Zukunftspläne einweihen? Und wer blockiert am Ende durch das Erfüllen seinen auslaufenden Vertrags näheren Ziele oder gar die weitere Entwicklung?

Ich denke, dass dies nicht pauschal, sondern immer von Fall zu Fall, von Persönlichkeit zu Persönlichkeit individuell zu entscheiden ist. Und auch von Situation zu Situation. Es gab sicher viele Jahre, wo eine Kündigung von SV und Trainer sich nicht so gravierend auf die sportliche Situation ausgewirkt hätten. Man wäre irgendwo zwischen 9 und 13 eingelaufen bzw. wie gewohnt ausgetrudelt. So what? Mal schauen, wer als nächster kommt ...

Ja, Bobic haben wir ein bissi aus der Verantwortung genommen. Der wird nun nicht mehr weiter in die Zukunftsplanung eingebunden, damit er nicht noch mehr Wissen zum nächsten Arbeitgeber mitnimmt. Beim Trainer hat man sich anders entschieden, denn der arbeitet nur an kurzfristigen Zielen. Da hatte man das Vertrauen, dass Mütter seien Job gut zu ende bringen will. Und kann.
Was man dabei vielleicht unterschätzt hat, wie sensibel Fußballspieler tatsächlich sein können. Gutes Beispiel ist Hinteregger, der von einem Spitzeninnenverteidiger (Wenn der Trainer sagt, geh dahin, dann frag ich nicht warum) zu einem knapp durchschnittlichen IV mutiert ist. Und ähnliches gilt sicher auch für Tuta, Sow, Jovic und einigen anderen, die mehr an Hütter hängen, als sie sich vielleicht selber eingestehen würden. Das hat auch nichts damit zu tun, dass die Jungs gut verdienende Profis sind. Grade durch die Pandemie noch zunehmend verstärkt, ist der Trainer eine starke Bezugsperson vor allem für die jüngeren Spieler - und soll das auch sein. Und es gehört gar nicht so viel psychologisches Verständnis dazu, sich vorstellen, welche Erschütterung Hütter durch seine "Ich bleibe, ich halte mein Wort, ich gehe"-Haltung in ein solches auf Vertrauen basierendes Bezugssystem hineingebracht hat. Glaubwürdigkeit ist da so ein Stichwort ...

So muss man in der jetzigen Situation wohl einräumen, dass es ein kurzfristig eingesetzter Interimstrainer nicht viel schlechter hätte machen können als Hütter. 4 Punkte aus 5 Spielen liegt dermaßen weit unter dem bisherigen Schnitt, dass man fast gar keine Argumente mehr dafür hat, Hütter und sein Trainerteam nicht gleich und noch vor dem Spiel gegen seinen neuen Arbeitgeber freigestellt zu haben.
Ich denke aber nicht, dass man solche "psychologischen" Situationen im Vorfeld vertraglich regeln kann.

Wenn Bobic weiter und mit voller Überzeugung geblieben wäre, hätte er vielleicht das Beben im sportlichen Bereich abschwächen können. Das Sportliche ist ja sein Geschäftsbereich. Ja, vielleicht hätte er ja sogar den Stecker gezogen und einen Interimstrainer installiert. Bei mehr Interesse wäre er vielleicht noch nah genug an der Mannschaft gewesen um zu bemerken, wie sehr das Vertrauen in Hütter auf der menschlichen Ebene erschüttert ist. Tja, dafür wurde der Begriff lame duck wahrscheinlich erfunden ...

In der besonderen Situation, dass eben nicht nur Hütter sondern auch der SV von Bord gehen, kann man die Irritation des Aufsichtsrat und der anderen für Marketing und Finanzen zuständigen Vorstände verzeihen: das sind alles keine ausgewiesenen Fachleute für den sportlichen Bereich. Und einen ähnlich wie Bobic qualifizierten Interims-Sportvorstand zu finden oder gar für ein paar Wochen zu installieren, ist eine wirklich knifflige Aufgabe. Anscheinend eine, für die bei uns auf die Schnelle keine lösen gefunden werden konnte.

Ja, nach unseren Erfahrungen mit dynamischen Donners- und Dienstagen spricht einiges dafür, in solchen Situationen zukünftig die Konsequenzen zu ziehen. Aber wie geschrieben, das lässt sich nicht pauschal sondern nur von Fall zu Fall unterscheiden. Es gibt ja auch genug Belege für Spieler, Trainer oder Vorstände, die sich trotz einen feststehenden Abschieds noch bis zuletzt in jeden Ball geworfen haben ...

Wollen wir hoffen, dass uns nun bei Krösche und den neuen Trainer erspart bleibt, auf solchen Vertragsbeendigungen mit Freistellungen reagieren zu müssen.
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Zuerst einmal entschuldige ich mich im Voraus dafür, dass Teile dieses Posts wahrscheinlich nicht die gewohnte und für eine faire Nachbetrachtung auch notwendige Sachlichkeit enthalten. Und dass der Post eigentlich viel zu lange ist, weil ich sehr vieles loswerden will. Aber das Spiel war einfach noch mal eine riesige Enttäuschung und die Kirsche auf der Sahnetorte der letzten Wochen. Und das Verpassen der Champions League tut einfach aus sehr vielen Gründen weh. Nicht zuletzt, weil es das größte Erfolgserlebnis in der Bundesligageschichte von Eintracht Frankfurt gewesen wäre und eine herausragende Ausgangsposition kurz vor Schluss noch kläglich verspielt wurde.

Lag im übertragenen Sinne der Patient Champions League nach der Verkündung von Hütters Wechsel erst auf der Intensivstation und nach den drei darauffolgenden Spielen bereits im künstlichen Koma, wurde mit den Spielen gegen Mainz und auf Schalke nun der Stecker gezogen und das restliche Fünkchen Hoffnung ist endgültig gestorben. Und so hart das auch klingt, im ebenfalls übertragenen Sinne waren da so ziemlich alle im Verein mit fahrlässiger Tötung beziehungsweise unterlassener Hilfeleistung dran beteiligt. Insbesondere aber natürlich Hütter und die restlichen Verantwortlichen.

Umso schäbiger ist es, dass dann noch alle behaupten, es habe nicht an ihnen gelegen. Im Erfolg will natürlich jeder der entscheidende General gewesen sein, aber im Misserfolg übernimmt niemand die Verantwortung. Laut den Verantwortlichen und vor allem Bobic und Hütter lag es ja weder am Hauptverantwortlichen für den sportlichen Bereich noch am Trainer oder der Mannschaft. Alles auf die Abgänge von Bobic und Hütter zu schieben, sei ja zu billig und oberflächlich. Die große Frage ist, an wem es denn dann lag? Am Busfahrer? Oder hat Franco Lionti die falschen Trikots rausgelegt? Aber gut, weder Bobic noch Hütter werden ja nach der Saison eine intensive Analyse vornehmen müssen. Sind ja eh beide weg.

Ich warte jetzt nur noch drauf, dass wieder den Fans mit ihren "bankturmhohen Erwartungen" die Schuld in die Schuhe geschoben wird, obwohl die durch den nicht möglichen Stadionbesuch ohnehin schon seit über einem Jahr am meisten leiden - sowohl im Erfolg als auch im Misserfolg. Und die am Ende mal wieder den Absturz und die Enttäuschung ertragen müssen und den Verein trotzdem weiterhin bedingungslos unterstützen werden und damit ihren Teil dazu beitragen, dass Eintracht Frankfurt auch als Verein in der EL noch unheimlich attraktiv sein wird. Das alles aber während sich mal wieder Teile der Offiziellen und sicher auch der eine oder andere Spieler verpissen werden. Natürlich offiziell wegen der fehlenden Perspektive und weil man bei anderen Vereinen in der CL den nächsten Schritt machen kann.

Man muss mittlerweile einfach einräumen, dass das Festhalten an Hütter eine eklatante Fehlentscheidung und Fehleinschätzung der Lage war. Vielleicht hätte man ihn bereits direkt nach seiner Wechselankündigung entlassen müssen, spätestens aber nach dem Spiel in Leverkusen. Obwohl ich selbst lange Zeit in diese Richtung tendiert hatte, habe ich es dann ähnlich wie die Vereinsverantwortlichen falsch eingeschätzt und es für richtig oder vertretbar gehalten, mit Hütter in die letzten Spiele zu gehen. Auch aus dem Grund, um eine noch größere Unruhe zu vermeiden.

Diese Meinung muss ich nach den letzten fünf Auftritten klar revidieren und diese Entscheidung muss man den Verantwortlichen auch kritisch vorwerfen. Natürlich war es ohnehin eine erschwerte Situation, weil mit Bobic der Hauptverantwortliche des sportlichen Bereichs ebenfalls geht und schon seit Wochen keinen allzu großen Arbeitseifer mehr an den Tag legt und mit den Gedanken wohl schon in Berlin ist. Aber das muss ich dann trotzdem auch dem restlichen Vorstand um Hellmann und Frankenbach sowie vielleicht sogar Hübner oder Manga anlasten. Die restlichen Verantwortlichen hätten da stärker intervenieren müssen.

Stattdessen hat ja sogar Hellmann als Vorstandssprecher Hütter noch öffentlich gegen jede Kritik explizit den Rücken gestärkt und man hat intern die letzten Wochen die katastrophalen öffentlichen Auftritte von Hütter geschluckt und über sich ergehen lassen. Es scheint erst zu Beginn dieser Woche eine interne Ansage gegeben zu haben, da Hütters öffentliches Auftreten zumindest vor dem Spiel auf Schalke wieder etwas besser und mehr im Sinne des Vereins gewesen ist. Das war dann aber "too little, too late", wie man im Englischen gerne sagt.

Überhaupt sind neben den Ergebnissen die unerträglichen Auftritte und Aussagen von Hütter und Bobic in den letzten Wochen genauso schmerzhaft. Da muss ich mich teilweise auch zurücknehmen, wenn ich darüber schreibe. Es reicht denen wohl nicht, dass sie sich schon beide auf unwürdige Art und Weise verabschieden und damit den sportlichen Erfolg - wie bereits erwähnt den womöglich größten Bundesligaerfolg der Vereinsgeschichte - torpediert und letztendlich auch mit verhindert haben. Nein, sie stellen auch noch während der restlichen Vertragslaufzeit ihre Eigeninteressen öffentlich deutlich über das Vereinsinteresse, um ihren eigenen Ruf bestmöglichst zu retten und wollen sämtliche Fans in dieser emotionalen Situation noch für dumm verkaufen und fast schon höhnisch Salz in die Wunden streuen.

Auch wenn es jetzt natürlich sinnlos und wohl auch ziemlich stillos wäre: Am liebsten würde ich Hütter und Bobic jetzt noch mit einem ordentlichen Arschtritt auf die Straße befördern und geteert und gefedert aus der Stadt jagen. Ich bin echt froh, wenn ich diese beiden Typen nicht mehr in offizieller Funktion bei Eintracht Frankfurt ertragen muss. Und wenn es nach mir geht, brauchen die sich bei allen früheren Erfolgen auch nie wieder hier blicken lassen. Wie ich zu sagen pflege, Erfolg ist für mich nicht alles. Und die letzten Wochen waren einfach auf allen Ebenen ein unwürdiges Schauspiel. Dazu gehören sie auch rein sportlich genauso zur Gesamtbetrachtung wie die restliche Zeit. Ich wünsche beiden jedenfalls auf ihren kommenden Stationen jeden nur erdenklichen Misserfolg und kann da nur auf das Karma hoffen.

Darüber hinaus werde ich in Zukunft ein absoluter Verfechter davon sein, jede Führungskraft bei einer Wechselverkündung während des laufenden Betriebs umgehend freizustellen. Diese Situation ist bei einigen Fällen im Spielerbereich ja schon grenzwertig. Aber auf der Führungsebene ist es einfach sinnlos und bringt nichts, mit Leuten weiterzumachen, die sich bewusst gegen den Verein entschieden haben und im schlimmsten Fall schon gedanklich mit dem aktuellen Arbeitgeber abgeschlossen haben. Ich will ein solches Trauerspiel wirklich kein weiteres Mal erleben.

Wie schon nach dem letzten Spiel gesagt: Am schlimmsten ist, dass dieser Absturz vollkommen selbstverschuldet und durch das Handeln der eigenen Leute entstanden ist. Denn ich bin nach wie vor hundertprozentig davon überzeugt, dass wir die CL ohne den Wechsel von Hütter auf jeden Fall gepackt hätten, weil dann alles so wie vorher gelaufen wäre. Ich will die Mannschaft auch nicht komplett aus der Verantwortung nehmen. Die Spieler sind ja sogar bisher die einzigen Personen, die überhaupt Verantwortung übernommen haben. Aber der Hauptgrund ist nun einmal der Abgang von Hütter. Und dann ist das eben so, als ob man beim 100 Meter Lauf nach 90 Metern bereits einen riesigen Vorsprung hat, aber dann der eigene Trainer auf die Bahn gerannt kommt und dir noch so oft das Bein stellt, dass dich selbst der abgeschlagene Letzte im Lauf noch abzieht. Und dann erzählt dieser Trainer im Anschluss auch noch öffentlich, dass für seinen Schützling einfach nicht mehr drin war und wird von der gesamten offiziellen Delegation dabei gestützt.

Ich glaube auch, dass da in den kommenden Tagen und Wochen noch einiges herauskommen wird. Rode ist ja im Interview nach dem Spiel schon deutlich geworden. Dass selbst Schalke als abgeschlagener Letzter den Sieg mehr wollte. Dass die Mannschaft und der Verein sich einreden wollten, dass Hütters Wechselverkündung keinen negativen Effekt auf den sportlichen Erfolg haben würde. Und dass nicht nur die Mannschaft, sondern auch der Trainer komplett versagt hat. Das ist schon grundsätzlich eine sehr harte und ungewohnte Aussage über einen Trainer. Und dann auch noch von einem sehr treuen Spieler, der die vergangenen Wochen in seinen öffentlichen Aussagen immer absolut auf Vereinslinie stand, wie das jetzt noch einige durchziehen.

Da wird denke ich wirklich einiges im Verhältnis zwischen Hütter und Mannschaft zu Bruch gegangen sein. Das ist einfach unweigerlich die Folge aus solchen Fällen und konnte man ja auch in Gladbach sehr gut beobachten. Dass Bobic das dann nicht mitbekommen haben will, würde mich nicht mal wundern, falls er das denn tatsächlich ernst gemeint hat. Der ist doch mittlerweile eh komplett außen vor und zumindest mal geistig schon abwesend, weil er sich mit der Hertha beschäftigt. Nachdem zuletzt auch bereits mehrere Medien und Journalisten darüber berichtet und Dinge angedeutet haben, halte ich auch den gerüchteten Disput zwischen Hütter und Younes für sehr wahrscheinlich.

Hütter kam noch nie groß mit Kritik klar und hat zuletzt eben auch seine Eigeninteressen klar über die des Vereins gestellt. Und Younes schätze ich so ein, dass er gewisse Dinge intern auch unbequem anspricht. In Sachen Menschen- und Mannschaftsführung habe ich Hütter ohnehin schon lange sehr kritisch gesehen, weil er schon immer gegenüber seinen Lieblingen und einigen anderen Spielern doch sehr erheblich mit zweierlei Maß gemessen hat.

Während einige Spieler trotz wochenlangen Formtiefs und schlechten Leistungen immer wieder in der Startelf standen und Chancen erhielten, sind einige schon nach einer schlechten Halbzeit wieder aus der Mannschaft - teilweise sogar dem Kader - geflogen und wurden wochenlang nicht mehr berücksichtigt. Man muss sich nur mal unsere aktuellen vier Bundesligaleihspieler anschauen. Alles Spieler, mit denen Hütter entweder nicht klar gekommen ist beziehungsweise die neben Rebić kurz vor dessen Abgang als einzige Spieler öffentlich heftig kritisiert wurden beziehungsweise auch selbst öffentlich geklagt haben.

Darüber hinaus wäre ich spätestens jetzt auch für Glasner als Trainer bereit. Nicht nur, weil der sich trotz des seit Monaten anhaltenden schlechten internen Verhältnisses mit seinem Vorgesetzten und des sich abzeichnenden Abschieds öffentlich komplett zurücknehmen und sich trotzdem voll auf die Vereinsziele und den maximalen sportlichen Ertrag konzentrieren kann. Sondern auch deshalb, weil er eine kompakte Defensive formen kann.

Das hat Hütter in allen drei Jahren nie hinbekommen. Das war natürlich auch irgendwo Teil der Spielidee. Aber dass selbst die Innenverteidiger immer wieder vorne rumturnen, hat mir noch nie gefallen und das habe ich auch immer wieder kritisiert. Genau wie ich schon die letzten Spiele immer wieder kritisiert habe, dass wir eine katastrophale Restverteidigung haben und bei gegnerischen Kontern fast immer bestenfalls in Gleichzahl dastehen. Wie man sich dann selbst bei einer Führung gegen den Tabellenletzten noch auskontern lassen kann, ist mir unbegreiflich.

Ich bleibe auch weiterhin bei meiner Meinung, dass Hinteregger als Mittelmann der Dreierkette keine Dauerlösung ist und nur situativ gegen körperliche Brocken wie damals Giroud gestellt werden sollte. Hinti fehlt nicht nur das nötige Aufbauspiel für die Position, sondern unternimmt auch viel zu viele Ausflüge nach vorne. Beim vierten Gegentor ist er irgendwo hinter der Mittellinie auf der rechten Außenbahn rumgeturnt. Wenn Kostić (!) nicht als letzter Mann noch hinten gestanden hätte, wäre Schalke in der Situation mit vier eigenen Spielern gegen keinen einzigen Gegenspieler ab der Mittellinie einen Konter gefahren.

Das kann es nicht sein. Und gerade wenn das normalerweise zum Spielsystem gehört, liegt es im Aufgabenbereich des Trainers, da auch mal einzugreifen und etwas zu verändern. Wie oft wir die letzten Jahre selbst bei eigenen Führungen noch unnötig in Konter gelaufen sind, ist echt unglaublich. Da war Hütter wie auch in einigen anderen Bereichen offensichtlich vollkommen lernresistent. Wie gesagt, ich hatte schon immer meine Kritikpunkte bei Hütter, auch im Erfolg. Und die haben sich in all den drei Jahren nicht geändert. Vielleicht ist es deshalb auch ganz gut, wenn nun doch ein neuer Trainer mit einem neuen Impuls kommt. Genauso wie es damals gut war, dass mit Hütter ein offensiver Trainer kam, der auf der defensiven Arbeit von Kovač aufbauen und mit seiner eigenen Idee die Mannschaft weiterentwickeln konnte.

Aber vielleicht betrachte ich das auch alles einfach nur falsch. Vielleicht gehören vier Gegentore und eine Niederlage gegen Schalke 04 im Jahr 2021 auch einfach zu dieser besagten "Überperformance" hinzu. Gegen einen Gegner mit bis dahin 21 Toren und 13 Punkten aus 32 Spielen sowie zwei Siegen aus den letzten 48 Ligaspielen. Gegen die bis dato zweitschlechteste Mannschaft aus über 55 Jahren Bundesligageschichte. Bei denen heute auch noch eine Mannschaft auf dem Platz stand, die zur Hälfte aus Jugendspielern, Amateuren und Rentnern bestand. Dieser eingewechselte Matriciani, der mit 21 Jahren schon fast ne Vollglatze hat und wie ein 40-jähriger Kreisligaspieler aussieht, war da irgendwie sinnbildlich.

Ehrlich gesagt schade, dass das heute nicht der letzte Spieltag gewesen ist. Nicht nur deshalb, weil ich dann nicht noch eine Woche mit Hütter und Bobic ertragen müsste, weil ich Idiot mir natürlich auch das letzte Spiel noch anschauen werde. Sondern vor allem auch deshalb, weil dieses Spiel doch die perfekte Pointe für die seit Wochen andauernde Farce gewesen wäre.
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Danke für deinen wie immer gründlichen Beitrag
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nisol13 schrieb:

HampdenPark schrieb:

EintrachtOssi schrieb:

Die Situation hat einzig unsere Führung verbockt und ich hoffe es wird gnadenlos aufgearbeitet und in Zukunft sowas verhindert.

Bin stinksauer.

Der Aderlass wird bei uns immens sein. Glaube nicht das wir kamada, Silva oder kostic halten können. Ohne die drei sind wir maximal Mittelfeld in der Bundesliga. Hier hat Krösche eine Herkulesaufgabe vor sich.


Jap, bin damit absolut einverstanden. Es werden mittelmäßige Jahre folgen. Und der Fisch stinkt bekanntlich immer vom Kopf. Management-Versagen auf der ganzen Linie. Bezeichnend auch die Aussage der besagten Führungsetage, dass der 5. Platz ein großer Erfolg wäre - und das als das Erreichen der CL aus eigener Kraft noch möglich war, wohlgemerkt! Das ist einfach eine Verlierer-Attitüde…


Vielleicht wäre es besser, dass du dir einen Verein suchst, welcher keine Verlierer Attitüde inne hat!


Hoppla, einen wunden Punkt getroffen? Wieso nimmst du es so persönlich? Auf jeder Ebene muss man seinen Aufgaben nachgehen und zwar so, dass die gesetzten Ziele erreicht werden. Und das Ziel hieß einfach CL. Dass am Anfang der Saison jeder den 5. Platz unterschrieben hätte, ist irrelevant für die Debatte. Und für das Wohlergehen des Vereins ist eben die Führungsetage verantwortlich. Nicht Hütter, nicht Bobic und nicht die Spieler. Keine Ahnung welchen Erfahrungsschatz du aus deinem Leben in die Diskussion einbringst, das Verfehlen von Zielen ist jedoch IMMER ein Management-Versagen. Ja, Fehler kann man absolut machen und sollten auch verziehen werden, wenn man daraus lernt. Scheint aber nicht so zu sein… Da hat man sich mit dem bereits Erreichten einfach zufrieden gegeben. Ist das eine Sieger-Attitüde?
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HampdenPark schrieb:

... ... ... ist eben die Führungsetage verantwortlich. Nicht Hütter, nicht Bobic und nicht die Spieler.

Äh, sorry, Bobic ist/war die verantwortliche Führungsetage!
Und auch Hütter gehört als Cheftrainer in einem Fußballklub zur Führung ...
Oder soll nach Deiner Vorstellung der Aufsichtsrat bis in die Mannschaftsaufstellung durchregieren?
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philadlerist schrieb:

Puh, und Kamada ... immerhin hat er seine selbstgesetzten Saisonziele an Assists erreicht, und ja, stellt Euch mal vor, wo wir stehen könnten, wenn alle Spieler in der Art ihre persönlichen Ziele erreicht hätten. Und trotzdem nimmt man ihn immer noch eher als schmetterlingshaften Unruheherd (im positiven wie im negativen) wahr, und nicht als stabilisierenden Faktor oder gar als Regisseur.  Er wirkt aber in der Mannschaft nicht als emotionaler, mitreißender Faktor (wie etwa ein Müller beim FCB), sondern auch nach zwei Jahren, als ob er fremdeln würde. Das mag seinem Charakter entsprechen, macht ihn aber nicht sonderlich attraktiv für Vereine, die einen echten kreativen Anführer suchen. Kamada läuft bei den größeren Vereinen sicher nur in der Kategorie „interessanter Ergänzungsspieler“, eine Kategorie, in der nur in England gute Ablösen zu erreichen wären - und da passt Kamada so gar nicht hin. Gut er kam für 2 Millionen und wird im Sommer für vielleicht 6 - max 10 M€ nach Italien gehen, insofern ein gutes Geschäft. Aber für mich wäre er kein Verlust, den man nicht kompensieren könnte - oder nicht schon mit Ali Akman kompensiert hat.

Puh, also manche Kommentare hier fallen mir echt schwer. Immerhin hat er sein persönliches Ziel erreicht? Aus dem Bauch raus würde ich sagen, die Spieler der Eintracht die in den letzten 10-15 Jahren eine derart hohe Anzahl an Scorern hatten, die kann man an einer bis maximal zwei Händen ablesen. Dazu noch die alte Mär von Körpersprache und fremdeln. Ich meine die Körpersprache hat zu fast 20 Scorerpunkten geführt. Welcher Verein in Europa leckt sich nicht die Finger nach Spielern, die 20 Scorerpunkte in einer Top 5 Liga abliefern. Er ist natürlich kein Spieler, der ständig das Messer zwischen den Zähnen hat. Dafür ist Silva kein 100m Sprinter und Ilse keine Koryphäe im Spielaufbau. Jeder hat seine Stärken und gleicht die Schwächen des anderen aus. Deshalb wäre ich persönlich entsetzt, wenn Kamada für 6-10 Millionen den Verein wechselt. Am liebsten würde ich ihn nämlich bei uns auf dem Platz sehen nächste Saison. An Toren, wie gegen Hertha zB, kann ich mich nämlich nicht satt sehen.
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Ich hab ja nicht gesagt, dass ich ihn nicht auch gerne hierbehalten möchte, gell?
Es ging um den Aderlass Post. Tut mir aber leid, wenn mein darauf bezogener Kommentar dir schwer fällt.

Natürlich ist ein Kamada mit seinen Statistiken für viele fingerleckende Vereine interessant, aber eben nicht für die 12 - 15 Topvereine, die nach 15 Monaten Pandemie immer noch hohe Ablösen zahlen können.

Das Gute ist, wir müssen Kamada diesen Sommer nicht verkaufen.
Ob wir wollen oder Kamada gehen will, hängt sicher auch vom neuen Trainer ab.
Und davon, wie Krösche Kamada beurteilt.
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Mögliche Abgänge aus meiner Sicht sind
Silva. Bringt locker 40M ein
Kostic. 25-30 sollten möglich sein
Kamada. 25-30 sollten möglich sein.
NDicka. 20-25 sollten möglich sein.

Jovic hat hier eh keine Bäume ausgerissen und bei Younes können wir die KO noch nächstes Jahr ziehen.

Sollten uns die oben genannten 4 also verlassen, würden wir einen ordentlichen unsatz generieren. Und bisschen frischer Wind auch im Team kann sicher nicht schaden. Andere Vereine sind ja auf Verkäufe ihrer besten Spieler angewiesen, das könnte dann unsere Chance sein

Ich bin mir sicher dass wir auch nächste Saison wieder eine schlagkräftige Truppe auf die Beine stellen werden
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Kastanie30 schrieb:

Mögliche Abgänge aus meiner Sicht sind
Silva. Bringt locker 40M ein
Kostic. 25-30 sollten möglich sein
Kamada. 25-30 sollten möglich sein.
NDicka. 20-25 sollten möglich sein.


Ich denke, das ist ein bissi zu optimistisch, was Kostic und Kamada angeht
Kostic ist 29, daher max 15
Kamada ist eine Wundertüte. Und deswegen eher Ergänzungsspieler bei den Topvereinen
Irgendwas um 10 M€ sind realistischer und für England ist er nicht gemacht
N‘Dicka ist jung, das treibt den Preis, aber über 20M€? Mal sehen

Bei Silva hoffe ich dafür auf etwas mehr ...
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Hmm, also wenn ich mir die zweite Liga nächstes Jahr anschaue bin ich froh das wir Fünfter sind.

Aber diese einmalige Chance so idiotisch weggeworfen zu haben ist schon einmalig.

Ich bin stinksauer auf unsere Chefetage.
Die hätten Bobic spätestens nach dem ARD Interview beurlauben müssen. So hatten wir Monate lange eine Lame Duck in der sportlichen Verantwortung die nach Hütters Gladbach Ausflug nicht handeln konnte.
Spätestens nach den Äußerungen Hütters letzte Woche hätte man sie Reissleine ziehen müssen. Eher noch vor dem Mainz spiel.

Die Situation hat einzig unsere Führung verbockt und ich hoffe es wird gnadenlos aufgearbeitet und in Zukunft sowas verhindert.

Bin stinksauer.

Der Aderlass wird bei uns immens sein. Glaube nicht das wir kamada, Silva oder kostic halten können. Ohne die drei sind wir maximal Mittelfeld in der Bundesliga. Hier hat Krösche eine Herkulesaufgabe vor sich.


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EintrachtOssi schrieb:

Der Aderlass wird bei uns immens sein. Glaube nicht das wir kamada, Silva oder kostic halten können. Ohne die drei sind wir maximal Mittelfeld in der Bundesliga. Hier hat Krösche eine Herkulesaufgabe vor sich.


Kostic hat bisher drei gute Jahre bei uns gespielt, durchaus auch gestärkt durch den Kniff von Hütter, ihn links in die 5er Kette zu versetzen, vor allem aber seiner Geschwindigkeit und der Häufigkeit seiner Flanken geschuldet. Bei genauerer Analyse wird man feststellen, dass Hütter ihm durch die Positionierung in der 5er Kette vor allem Anlauf verschafft hat und dass er meist dann brilliert hat, wenn er auch Platz angeboten bekommen hat - zB weil der Gegner selbst versucht hat nach vorne zu spielen. Im Gegensatz zu unseren letzten zwei Gegnern (wobei Schalke tatsächlich effektiv gekontert hat)

ansonsten ist es aber generell keine gute Idee, das Spiel zu sehr auf einzelne Person und einen Spielzug zu reduzieren. Immer wieder mal hat Hütter versucht ... nein, andersrum: immer wieder haben wir gehofft, dass wir einen zweiten Kostic für rechts finden können, oder Hütter einen entwickelt. 2018/19 hat DDC da einen Lauf gehabt, Chandler, Touré, Durm, Barkok - ich selbst hätte es gegen S04 sogar mit Hrustic versucht. Aber egal, wer da gespielt hat, unsere Angriffe liefen gebetsmühlenartig über links. Mit der Doppelzehn war es anfangs so, dass es öfter durch die Mitte ging, aber es hat - wie zB gestern - dann doch nicht nur Younes sondern auch noch Kamada wie magisch nach links gezogen.

Lange Rede, kurzer Sinn: mit der Büffelherde und DDC viel es nicht so auf, aber spätestens seit zwei Jahren sind wir viel zu linkslastig. Was zwar auch immer dafür sorgt, dass rechts genug Platz für Überraschendes ist, was wiederum zu oft ungenutzt gelassen oder mangels technisch versierter Spieler (die ähnlich wie Kostic den Ball in hoher Geschwindigkeit kontrollieren und flanken können) effektiv ins spieltaktische Gerüst eingebaut wurde. Ich hoffe hier auf den neuen Trainer, dieses Problem in den Griff zu kriegen. Vielleicht muss dazu sogar die eingespielte Hierarchie gebrochen werden. Eine Möglichkeit wäre da, Kostic abzugeben. Womit wir beim Thema Aderlass wären ...

Silva war ein Glücksgriff, keine Frage, auch in der Art, wie der Tausch mit Rebic abgelaufen ist (der Bobic war schon ein Fuchs) und das über den Leihvertrag zu einer Festanstellung geführt hat. Und er ist ein Glücksfall, wenn man sieht, was er hier erreicht hat. Einen über vierzig Jahre alten Torjägerrekord übertroffen.
Wenn man aber Rebic als Tauschwährung annimmt, hat Silva irgendwas zwischen 30 und 40 M€ „gekostet“, und war deswegen von Anfang an auch ein Spekulationsgeschäft. Der Plan war immer, Ronaldos legitimen Nachfolger wieder in die Spur bringen und ihn dann wieder an einen der Top Ten Vereine zu verkaufen. So in der Range von Jovic. Und ich denke, genau das wird man so bald wie möglich realisieren.
Ist auch eine ideale Gelegenheit für Krösche, ein paar internationale Kontakte zu vertiefen ... und das entscheidende Kapital für den Umbau des Kaders reinzuholen.

Puh, und Kamada ... immerhin hat er seine selbstgesetzten Saisonziele an Assists erreicht, und ja, stellt Euch mal vor, wo wir stehen könnten, wenn alle Spieler in der Art ihre persönlichen Ziele erreicht hätten. Und trotzdem nimmt man ihn immer noch eher als schmetterlingshaften Unruheherd (im positiven wie im negativen) wahr, und nicht als stabilisierenden Faktor oder gar als Regisseur.  Er wirkt aber in der Mannschaft nicht als emotionaler, mitreißender Faktor (wie etwa ein Müller beim FCB), sondern auch nach zwei Jahren, als ob er fremdeln würde. Das mag seinem Charakter entsprechen, macht ihn aber nicht sonderlich attraktiv für Vereine, die einen echten kreativen Anführer suchen. Kamada läuft bei den größeren Vereinen sicher nur in der Kategorie „interessanter Ergänzungsspieler“, eine Kategorie, in der nur in England gute Ablösen zu erreichen wären - und da passt Kamada so gar nicht hin. Gut er kam für 2 Millionen und wird im Sommer für vielleicht 6 - max 10 M€ nach Italien gehen, insofern ein gutes Geschäft. Aber für mich wäre er kein Verlust, den man nicht kompensieren könnte - oder nicht schon mit Ali Akman kompensiert hat.

Ja, es wird einen Umbau geben, vielleicht mit Blick auf einen Ausnahmestürmer wie Silva gefühlt sogar einen Aderlass. Ich sehe uns aber deswegen noch nicht wieder in der Versenkung verschwinden, sondern dann mit genug Kapital ausgestattet, um den Kader auch wieder auf gutem Niveau sinnvoll zu ergänzen.
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Die Eintracht steht vermutlich vor einer großen Herausforderung. Die komplette sportliche Führung muss ausgetauscht werden. Gut, dass ist stand heute vielleicht kein Nachteil. Allerdings wird man wohl auch einige Spieler ersetzen müssen. Allen voran natürlich Silva, der in der Form dieser Saison für uns nicht zu ersetzen sein wird. Ich denke er wird nicht der einzige bleiben. Dazu hat man nun schon seit Jahren eine Unwucht im Kader, auf der rechten Seite geht bei uns sehr oft nur sehr wenig. Heute wieder schön zu sehen. Im zentralen Mittelfeld fehlt ein echter Leader, einer wie Boateng es war. In der Innenverteidigung ist man mit den beiden jungen zwar zukunftsträchtig aufgestellt, fallen die aber in ein Loch (was immer mal passieren kann in dem Alter) sieht es eng aus. Um auch mal was anderes als Dreierkette spielen zu können fehlen uns die Aussenverteidiger. Zu guter letzt braucht man vermutlich einen Ersatztorwart, wenn Rönnow darauf keinen Bock hat. Alles in allem gibt es jede Menge Arbeit und der nächste Umbruch steht an. Wie vor 2 Jahren aus einer guten Position, aber ich befürchte längst nicht so komfortabel wie einige denken. Das hätte man mit der CL vermutlich gehabt. Wir müssen uns sicher nicht verstecken, aber jede Saison den halben Kader auszutauschen ist sicher nicht förderlich.
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Ein Ersatztorwart ist letzte Woche schon zu uns gekommen: Diant Ramaj
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SGERafael schrieb:

SGERafael schrieb:

Ein guter Kommentar und trifft genau das,was wir hier seitenlang diskutieren.

https://www.spox.com/de/sport/fussball/bundesliga/2105/Artikel/kommentar-eintracht-frankfurt-huetter-bobic-europa-statt-champions-league-ftr.html

Zum Teufel mit den Beiden

https://m.spox.com/de/sport/fussball/bundesliga/2105/Artikel/kommentar-eintracht-frankfurt-huetter-bobic-europa-statt-champions-league-ftr.html

Richtiger Link



"Das soll keineswegs heißen, dass Adi Hütter und Fredi Bobic in den vergangenen Jahren schlechte Arbeit geleistet haben. Im Gegenteil. Doch sie haben ihre Mission nicht professionell abgeschlossen. Das teils rigorose Durchboxen persönlicher Befindlichkeiten mitten in der heißen Saisonphase stand für sie über dem Wohl von Eintracht Frankfurt. Und das ist der Eindruck, der bleibt."  


Genau so sieht es aus....
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Ja, der Nachtisch macht das perfekte Menü ...
Da haben sie uns aber Suppe serviert, und die war versalzen
(Aber Verliebtsein war wohl nicht der Grund)